Hochzeitsfotograf: Preise & Was beachten

Ein guter Hochzeitsfotograf kostet 1.000-3.000€ für den ganzen Tag. Achten Sie auf Stil, Erfahrung und Sympathie. Portfolio ist wichtiger als Preis.

12 Min. Lesezeit
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Kevin HA
Kevin HA

TL;DR

Ein professioneller Hochzeitsfotograf kostet in Deutschland zwischen 1.500€ und 3.000€ für eine Ganztagesbegleitung (Listando 2025)1. Entscheidend sind drei Faktoren: der fotografische Stil, das Portfolio mit echten Hochzeiten und die persönliche Chemie beim Erstgespräch. Buchen Sie 9-12 Monate im Voraus, denn beliebte Fotografen sind in der Hochsaison schnell ausgebucht. Investieren Sie 10-15% Ihres Gesamtbudgets in die Fotografie – die Bilder bleiben Ihnen ein Leben lang.

Was kostet ein Hochzeitsfotograf 2025?

Die durchschnittlichen Kosten für einen professionellen Hochzeitsfotografen liegen 2025 bei 1.500€ bis 3.000€ für eine Ganztagesbegleitung (8-10 Stunden). Regional können die Preise stark variieren: In München oder Hamburg zahlen Paare zwischen 2.500€ und 5.000€, während in ländlichen Regionen bereits 1.200€ bis 2.500€ üblich sind (Tim Glowik 2025)2.

Der Preis hängt von fünf Hauptfaktoren ab: der Erfahrung des Fotografen, der Anzahl der gebuchten Stunden, dem geografischen Standort, den enthaltenen Leistungen und der Reputation. Ein erfahrener Fotograf mit über 100 Hochzeiten im Portfolio rechtfertigt höhere Preise durch verlässliche Qualität und professionelles Krisenmanagement. Die Stundensätze professioneller Fotografen bewegen sich zwischen 150€ und 250€ (Listando 2025)1.

Beachten Sie: Der günstigste Preis ist selten die beste Wahl. Ihre Hochzeitsbilder sind die einzige Erinnerung, die bleibt, wenn Blumen verwelkt und Torte gegessen sind. Investieren Sie hier lieber 500€ mehr als bei der Dekoration.

Preisübersicht nach Region 2025

RegionEinsteigerErfahrenPremium
München/Hamburg/Frankfurt1.800€ - 2.500€2.500€ - 4.000€4.000€ - 6.000€
Berlin/Köln/Stuttgart1.500€ - 2.200€2.200€ - 3.500€3.500€ - 5.000€
Mittelstädte1.200€ - 1.800€1.800€ - 2.800€2.800€ - 4.000€
Ländliche Regionen1.000€ - 1.500€1.500€ - 2.500€2.500€ - 3.500€

Diese Preise basieren auf Daten von Listando und Tim Glowik (2025)12 und gelten für eine Ganztagesbegleitung inklusive Bildbearbeitung und digitaler Galerie.

Stundenbasierte Pakete fallen günstiger aus, eignen sich aber nur für kleinere Hochzeiten: 2-3 Stunden kosten 400€ bis 900€, 5-6 Stunden liegen bei 1.500€ bis 2.000€ (Listando 2025)1. Bei einer typischen Hochzeit von 14 Uhr (Getting Ready) bis 23 Uhr (Party) benötigen Sie jedoch mindestens 8-10 Stunden Abdeckung.

Die Preisunterschiede zwischen Regionen erklären sich durch unterschiedliche Lebenshaltungskosten und Marktnachfrage. In Ballungsräumen konkurrieren mehr Fotografen, verlangen aber auch höhere Preise wegen teurerer Ateliermieten und Lebenskosten.

Was ist im Preis enthalten?

Ein professionelles Hochzeitsfotografie-Paket umfasst mehr als nur Anwesenheit am Hochzeitstag. Die Leistungen unterscheiden sich erheblich zwischen Einsteigern und Premium-Anbietern. Hier der typische Umfang nach Preisniveau:

LeistungBasis (1.000-1.500€)Standard (1.500-3.000€)Premium (3.000-5.000€)
Beratungsgespräch30 Min. Telefon60 Min. persönlichMehrere Treffen + Location-Scout
Dauer am Hochzeitstag4-6 Stunden8-10 Stunden10-14 Stunden (bis zum Ende)
Anzahl Fotografen1 Fotograf1-2 Fotografen2 Fotografen garantiert
Bildanzahl bearbeitet150-300 Bilder300-600 Bilder600-1.000 Bilder
Nachbearbeitungszeit4-8 Wochen6-8 Wochen4-6 Wochen (Expressbearbeitung)
Bildstil BearbeitungGrundkorrekturProfessionelles GradingIndividueller Signature-Look
Online-Galerie3 Monate12 MonateLebenslang
NutzungsrechtePrivatPrivat + Social MediaPrivat + Unbegrenzt
Backup-SicherungEinfachDreifachFünffach (Redundanz)
NotfallplanNeinBackup-Fotograf im KrankheitsfallBackup-Fotograf garantiert vertraglich

Was fast nie im Basispreis enthalten ist: Anfahrtskosten über 50 km (0,40€-0,60€/km), gedruckte Alben (300€-1.500€), Engagement-Shooting (200€-500€), Drohnenaufnahmen (+300€-600€), After-Wedding-Shooting (+400€-800€) und Express-Bearbeitung unter 4 Wochen (+200€-500€).

Die Nachbearbeitung nimmt typischerweise das 2-3-fache der Aufnahmezeit in Anspruch (Tim Glowik 2025)2. Bei 8 Stunden Hochzeit sind das 16-24 Stunden reine Bildbearbeitung – Bildauswahl, Farbkorrektur, Retusche und Export in verschiedenen Formaten.

Fragen Sie beim Erstgespräch konkret nach: "Wie viele bearbeitete Bilder erhalte ich mindestens?" und "In welcher Auflösung bekomme ich die Dateien?" Seriöse Fotografen haben klare Antworten.

Fotografiestile verstehen

Der fotografische Stil beeinflusst nicht nur die Bildästhetik, sondern auch das Hochzeitserlebnis selbst. Es gibt vier Hauptstile, die unterschiedliche Herangehensweisen und Ergebnisse bedeuten. Wählen Sie den Stil, der zu Ihrer Persönlichkeit passt, nicht den, der gerade trendig ist.

Reportage/Dokumentarischer Stil arbeitet unsichtbar im Hintergrund. Der Fotograf inszeniert keine Szenen, sondern fängt authentische Momente ein: die Träne der Mutter während der Rede, das verstohlene Lächeln zwischen Brautpaar, das Lachen der Kinder. Dieser Stil erfordert hohe Erfahrung und Gespür für den richtigen Moment. Ideal für Paare, die sich ungern in Szene setzen und natürliche Erinnerungen bevorzugen. Die Bilder wirken lebendig, emotional und echt.

Fine Art Stil setzt auf kunstvolle Inszenierung mit weichem Licht, pastelligen Farben und filmischer Ästhetik. Fotografen planen Aufnahmen strategisch, achten auf Symmetrie, Bildkomposition und ästhetische Details. Es entstehen zeitlose, magazinreife Bilder. Der Zeitaufwand für gestellte Paaraufnahmen liegt bei 45-90 Minuten, deutlich mehr als im Reportage-Stil. Perfekt für Paare mit Sinn für Ästhetik, die ihre Hochzeit als Gesamtkunstwerk verstehen.

Klassischer Stil kombiniert gestellte Gruppenfotos mit dokumentarischen Elementen. Der Fotograf leitet aktiv an, sorgt für traditionelle Familienbilder und organisiert Gruppenaufnahmen. Dieser verlässliche Ansatz garantiert alle wichtigen Kombinationen: Brautpaar mit Eltern, Brautpaar mit Trauzeugen, Großfamilienbilder. Ideal für Paare, die Wert auf vollständige Dokumentation legen und klassische Hochzeitsalben schätzen.

Editorial Style orientiert sich an Hochglanzmagazinen mit dramatischer Beleuchtung, kräftigen Kontrasten und modischen Posen. Fotografen arbeiten mit Studioblitzen, setzen Reflektoren ein und choreografieren Szenen wie bei einem Fashion-Shoot. Die Bilder sind auffällig, trendbewusst und Instagram-tauglich. Dieser Stil erfordert die meiste aktive Mitarbeit vom Brautpaar und längere Shooting-Sessions. Geeignet für modeaffine Paare, die keine Kamerascheue haben.

Die meisten Fotografen kombinieren Elemente verschiedener Stile. Schauen Sie sich mindestens 3-5 komplette Hochzeitsreportagen im Portfolio an, nicht nur Highlight-Bilder. Nur so erkennen Sie, ob der Stil auch in schwierigen Lichtsituationen funktioniert und ob weniger perfekte Momente genauso schön eingefangen werden.

Portfolio richtig bewerten

Ein Portfolio verrät mehr über einen Fotografen als jede Preisliste. Achten Sie beim Durchsehen auf acht entscheidende Kriterien, die professionelle Qualität von ambitionierten Hobbyisten unterscheiden.

Vollständige Hochzeitsreportagen statt Highlight-Reels. Lassen Sie sich 3-5 komplette Hochzeiten zeigen, von Getting Ready bis zur Party. Nur so sehen Sie, ob der Fotograf auch unvorteilhafte Momente schön einfängt und in allen Lichtsituationen überzeugt. Highlight-Galerien zeigen nur die besten 30 Bilder von 20 verschiedenen Hochzeiten – keine realistische Qualitätsanzeige.

Konsistenz über verschiedene Hochzeiten hinweg. Die Bildqualität sollte bei Regenwetter, in dunklen Kirchen und auf sonnigen Terrassen gleichbleibend hoch sein. Inkonsistente Qualität deutet auf Glückstreffer statt solides Können hin. Profis liefern unabhängig von Rahmenbedingungen verlässliche Ergebnisse.

Emotionale Momente erkennbar. Gute Hochzeitsfotografie erzählt Geschichten: die Nervosität beim Anziehen, die Rührung bei den Eheversprechen, die ausgelassene Stimmung beim Tanzen. Wenn Sie beim Anschauen die Emotionen nachfühlen können, arbeitet der Fotograf mit echtem Gespür. Technisch perfekte, aber emotionslose Bilder wirken steril.

Lichtsituationen gemeistert. Besonders kritisch: Aufnahmen in Kirchen ohne Blitzlicht, Abendstimmungen bei Sonnenuntergang und Party-Bilder bei schummriger Beleuchtung. Hier trennt sich Profi von Amateur. Achten Sie auf natürlich wirkende Hauttöne, klar erkennbare Gesichter ohne Überbelichtung und stimmungsvolles Licht.

Personen im Fokus, nicht nur Dekoration. Manche Fotografen konzentrieren sich zu sehr auf dekorative Details wie Blumensträuße, Tischdeko und Schuhe. Diese Bilder sind hübsch, aber austauschbar. Die wertvollsten Erinnerungen zeigen Menschen in authentischen Momenten – Umarmungen, Lachen, Tränen, Blickkontakt.

Bildbearbeitung dezent, nicht übertrieben. Extreme Filter, übersättigte Farben oder starke Unschärfe wirken schnell kitschig und altern schlecht. Professionelle Bearbeitung korrigiert Farben, optimiert Belichtung und retuschiert störende Elemente – bleibt aber natürlich. Fragen Sie: "Werden die Bilder in 10 Jahren noch zeitlos wirken?"

Vielfalt statt Eintönigkeit. Eine gute Reportage zeigt Totalen (Location-Übersichten), Nahaufnahmen (Detailbilder) und Porträts in ausgewogener Mischung. Nur Nahaufnahmen wirken eng, nur Totalen unpersönlich. Die Balance macht eine vollständige Geschichte.

Andere Hochzeiten, ähnlicher Stil. Wenn alle Portfoliohochzeiten radikal unterschiedlich aussehen, experimentiert der Fotograf noch. Das kann spannend sein, birgt aber Risiken. Konsistenter Stil zeigt ausgereiftes Handwerk und verlässliche Ergebnisse.

Fragen Sie beim Portfolio-Gespräch: "Können Sie mir eine Hochzeit zeigen, die unter ähnlichen Bedingungen stattfand wie meine geplant ist?" – gleicher Ort, ähnliche Tageszeit, vergleichbare Gästezahl. Diese Referenz ist aussagekräftiger als preisgekrönte Bilder von völlig anderen Events.

Die wichtigsten Fragen an den Fotografen

Diese zehn Fragen klären im Erstgespräch alle entscheidenden Punkte. Notieren Sie die Antworten und vergleichen Sie sie später objektiv. Vage oder ausweichende Antworten sind Warnsignale.

1. Wie viele Hochzeiten fotografieren Sie pro Jahr? Profis bewältigen 20-40 Hochzeiten jährlich. Mehr deutet auf Massenabfertigung hin, deutlich weniger auf Nebenerwerb. Beides kann funktionieren, sollte aber transparent sein. Wichtig: Fragen Sie auch nach Erfahrung mit Ihrer Location-Art (Schloss, Scheune, Kirche, Standesamt).

2. Sind Sie an meinem Wunschtermin verfügbar? Beliebte Fotografen sind 12-18 Monate im Voraus ausgebucht, besonders für Samstage im Mai bis September. Sofortige Verfügbarkeit bei einem etablierten Fotografen in der Hochsaison wirkt verdächtig. Buchen Sie lieber früh als später zwischen mehreren Zweitoptionen wählen zu müssen.

3. Was passiert, wenn Sie am Hochzeitstag krank werden? Seriöse Fotografen haben ein Backup-Netzwerk mit gleichwertig qualifizierten Kollegen. Diese Vereinbarung sollte vertraglich festgehalten sein. "Wird schon nicht passieren" ist keine akzeptable Antwort bei einem Event, das nicht wiederholbar ist.

4. Arbeiten Sie mit einem zweiten Fotografen? Bei Hochzeiten über 80 Gäste oder getrenntem Getting Ready (Braut und Bräutigam an verschiedenen Orten) lohnt sich ein zweiter Fotograf. Kostet zusätzlich 400€ bis 800€, liefert aber doppelte Perspektiven und lückenlose Abdeckung bei gleichzeitigen Events.

5. Wie viele bearbeitete Bilder erhalte ich mindestens? Konkrete Zahlen statt "so viele wie nötig". Richtwert: 50-70 Bilder pro Stunde Begleitung. Bei 8 Stunden sollten es also 400-560 bearbeitete Bilder sein. Weniger deutet auf starke Vorselektion hin, deutlich mehr auf geringe Qualitätskontrolle.

6. In welchem Format und welcher Auflösung bekomme ich die Bilder? Idealantwort: Hochauflösende JPEGs (mindestens 3.000 Pixel lange Seite) für Drucke bis A3-Format. Manche Fotografen bieten gegen Aufpreis auch RAW-Dateien an. Fragen Sie nach der Download-Lösung – OnlineGalerie, USB-Stick oder Cloud-Link.

7. Wie lange bewahren Sie die Originaldateien auf? Profis archivieren mindestens 2-3 Jahre. Falls Sie später ein Album bestellen oder Nachbestellungen machen möchten, sollten die Dateien verfügbar sein. Ewige Aufbewahrung können und müssen Fotografen nicht garantieren – sichern Sie Ihre Bilder also selbst mehrfach.

8. Was ist Ihr Notfallplan bei technischen Problemen? Ausrüstung fällt aus – das gehört dazu. Profis arbeiten mit mindestens zwei Kamerabodies, mehreren Objektiven und Ersatzspeicherkarten. Fragen Sie: "Was tun Sie, wenn Ihre Hauptkamera ausfällt?" Die Antwort sollte "Ich wechsle zur Backup-Kamera" lauten, nicht "Ist mir noch nie passiert".

9. Können wir eine Shot-Liste vereinbaren? Shot-Listen mit 50+ gewünschten Kombinationen stressen Fotografen und stören den Zeitablauf. Besser: Geben Sie eine Liste mit 10-15 Must-Have-Kombinationen (wichtige Familienmitglieder, spezielle Personengruppen) und überlassen Sie den Rest der Expertise des Fotografen. Zu viel Kontrolle verhindert spontane, emotionale Momente.

10. Wie läuft die Bildauswahl und Freigabe? Manche Fotografen zeigen vorab Proofs zur Auswahl, andere treffen die Selektion eigenständig. Klären Sie, ob und wie viel Mitspracherecht Sie bei der finalen Bildauswahl haben. Zu viel Selbstbestimmung kann überfordern (Wer möchte aus 3.000 Rohbildern 500 auswählen?), zu wenig frustriert.

Bonusfrage: "Können wir telefonieren oder treffen wir uns persönlich vor Vertragsabschluss?" Die Chemie zwischen Ihnen und dem Fotografen ist entscheidend. Diese Person begleitet Sie 8-10 Stunden am intensivsten Tag Ihres Lebens. Sympathie ist nicht verhandelbar.

Wann sollte man einen Hochzeitsfotografen buchen?

Buchen Sie Ihren Wunschfotografen 9-12 Monate vor der Hochzeit. In der Hauptsaison (Mai bis September) sind beliebte Fotografen oft 15-18 Monate im Voraus ausgebucht. Bei Winter-Hochzeiten (November bis März) reichen 6-8 Monate Vorlauf meist aus.

Der optimale Buchungszeitpunkt folgt diesem Ablauf: Zunächst Location und Datum fixieren, dann sofort Top-Dienstleister anfragen – Fotograf, Location-Caterer und Band/DJ. Diese drei sind am schnellsten ausgebucht. Erst danach kümmern Sie sich um Dekoration, Papeterie und Details mit längerer Verfügbarkeit.

Hochsaison-Realität: Samstage im Juni, Juli und September sind premium Termine. Fotografen mit über 100 Hochzeiten Erfahrung blocken diese Termine zuerst. Wenn Sie einen dieser Termine planen, starten Sie die Fotografen-Suche sofort nach der Location-Zusage. Warten bis "wir uns um alles andere gekümmert haben" endet oft in Kompromissen.

Preisvorteile in der Nebensaison: Einige Fotografen bieten 10-20% Rabatt für Hochzeiten von November bis März. Die Qualität bleibt gleich, nur die Nachfrage ist geringer. Winterhochzeiten haben eigene Reize – kürzere Tage bedeuten frühere Golden Hour, gemütlichere Atmosphäre und oft bessere Verfügbarkeit bei allen Dienstleistern.

Last-Minute-Buchungen möglich? Bei kurzfristigen Planungen (unter 6 Monate) finden Sie noch Fotografen, müssen aber Kompromisse eingehen – entweder beim Preis (höher wegen kurzfristiger Verfügbarkeit), beim Stil (nicht Ihr absoluter Favorit) oder bei der Erfahrung (talentierter Neueinsteiger statt etablierter Name). In der absoluten Nebensaison und bei unbeliebten Terminen (Sonntag, Feiertage) sind spontane Buchungen realistischer.

Tipp: Fragen Sie bei Ihrem Wunschfotografen nach Wartelisten-Optionen. Absagen passieren durch Terminverschiebungen oder Trennungen. Manche Fotografen führen Wartelisten für Premium-Termine.

Vertrag und Bildrechte klären

Ein professioneller Fotografenvertrag schützt beide Seiten und regelt alle wichtigen Punkte. Diese sieben Elemente sollten verbindlich festgehalten werden. Lesen Sie vor Unterschrift genau – nachträgliche Änderungen sind schwierig.

Leistungsumfang konkret definiert. Datum, Uhrzeit (von-bis), Anzahl Fotografen, ungefähre Bildanzahl und Lieferfrist müssen schriftlich stehen. "Ungefähr 8 Stunden" ist zu vage – "8 Stunden von 14:00 bis 22:00 Uhr" ist klar. Enthaltene Leistungen wie Engagement-Shooting, Online-Galerie-Dauer und Bearbeitungsstil explizit auflisten.

Zahlungsmodalitäten transparent. Üblich sind 30-50% Anzahlung bei Vertragsabschluss, Restbetrag 2-4 Wochen nach der Hochzeit oder bei Bildübergabe. Niemals 100% Vorauszahlung leisten – das birgt Risiken bei Insolvenz oder Nicht-Lieferung. Zahlungsziele, Kontoverbindung und Zahlungsweise (Überweisung, PayPal) dokumentieren.

Nutzungsrechte eindeutig geregelt. Standardmäßig erhalten Sie private Nutzungsrechte – Ausdrucke für Familie, Posting auf privaten Social-Media-Accounts, Hochzeitsalbum. Der Fotograf behält Urheberrecht und darf Bilder für eigenes Portfolio und Marketing nutzen (mit Ihrer Einwilligung). Kommerzielle Nutzung (Verkauf, Werbung, Veröffentlichung in Medien) erfordert separate Vereinbarung.

Rücktrittsklauseln für beide Seiten. Was passiert bei Absage durch Brautpaar? Üblich: Anzahlung verfällt, wenn weniger als 6 Monate vor Termin storniert wird. Bei Absage durch Fotografen: Anzahlung zurück plus Ersatzfotograf gleicher Qualität stellen oder Differenzkosten übernehmen, falls Ersatz teurer ist. Corona-Klauseln wurden Standard – Terminverschiebung ohne Stornokosten bei behördlichen Verboten.

Backup-Regelung bei Verhinderung. Vertraglich zusichern lassen, dass im Krankheitsfall ein gleichwertig qualifizierter Ersatzfotograf gestellt wird. "Gleichwertig" bedeutet: ähnlicher Stil, vergleichbare Erfahrung. Sie sollten vorab Portfolio des Backup-Fotografen sehen können. Ohne diese Klausel haften Sie im Worst Case auf dem Schaden ohne Bilder.

Haftungsausschlüsse prüfen. Fotografen schließen meist Haftung für höhere Gewalt aus – Kameradiebstahl, Datenverlust durch Hardwaredefekt, Nicht-Zustandekommen wegen Naturkatastrophe. Das ist normal. Problematisch sind Klauseln wie "keine Garantie für Bildanzahl" oder "Lieferfrist unverbindlich". Hier nachverhandeln.

Datenschutz und Veröffentlichung. Sie können Veröffentlichung Ihrer Bilder einschränken – etwa Gesichter verpixeln lassen oder komplette Nicht-Veröffentlichung vereinbaren. Das schränkt Fotografen-Marketing ein und kostet manchmal Aufpreis (100€-300€). Umgekehrt: Wenn Sie möchten, dass Ihre Hochzeit in Magazinen erscheint, vereinbaren Sie aktive Einreichung bei Hochzeitsblogs.

Lassen Sie den Vertrag vor Unterschrift von jemandem mit juristischem Verständnis prüfen (kein Anwalt nötig, aber jemand mit Vertragserfahrung). Unklare Formulierungen jetzt klären spart späteren Ärger.

Zusatzleistungen und Kosten

Über das Basispaket hinaus bieten Fotografen zahlreiche Extras an. Diese Zusatzleistungen erhöhen den Gesamtpreis, können aber wertvoll sein. Überlegen Sie, was wirklich wichtig ist – nicht jedes Add-On lohnt sich.

ZusatzleistungPreisWann sinnvoll
Zweiter Fotograf400€ - 800€Über 80 Gäste, getrenntes Getting Ready, große Location
Engagement-Shooting200€ - 500€Kennenlerntermin, Bilder für Save-the-Dates, Kamera-Gewöhnung
Hochzeitsalbum (30x30cm)300€ - 1.500€Hochwertige Erinnerung, Geschenk für Eltern
Elternalbum (20x20cm)150€ - 400€Geschenk an beide Elternpaare
Drohnenaufnahmen300€ - 600€Outdoor-Location mit schöner Umgebung, Schloss, See
After-Wedding-Shooting400€ - 800€Entspannte Paarbilder ohne Zeitdruck, andere Location
Fotobox-Betreuung400€ - 800€Gäste-Entertainment, lustige Erinnerungsbilder
Video-Highlights (3-5 Min.)800€ - 1.500€Bewegte Bilder von Zeremonie und Feier
Rohdateien (RAW)200€ - 500€Nur für eigene Nachbearbeitung, hoher Speicherbedarf
Express-Bearbeitung (2 Wochen)200€ - 500€Flitterwochen-Präsentation, dringende Veröffentlichung
Zusätzliche Stunden (über Paket)150€ - 250€/StdVerlängerung bis Partyende

Engagement-Shooting ist das wertvollste Extra. Es dient nicht primär schönen Bildern, sondern dem Kennenlernen. Sie gewöhnen sich an die Kamera, der Fotograf lernt Ihre besten Winkel und Sie testen die Zusammenarbeit risikoarm. Falls die Chemie nicht stimmt, können Sie notfalls noch wechseln. Die Bilder nutzen Sie später für Save-the-Dates, Hochzeitswebsite und Gästebuch.

Hochzeitsalben bleiben wertvoll trotz Digital-Zeitalter. USB-Sticks gehen verloren, Festplatten crashen, Cloud-Accounts werden gekündigt. Ein gedrucktes Album in Premium-Qualität (Echtfotopapier, Leineneinband) überdauert Jahrzehnte. Lassen Sie das Album vom Fotografen gestalten – die Bildauswahl und -anordnung ist eigene Kunst. Eigengestaltung spart Geld, kostet aber 10-20 Stunden Arbeit.

Drohnenaufnahmen lohnen bei beeindruckender Umgebung. Schloss mit Park, Seelocation, Bergpanorama oder weitläufige Gärten zeigen aus der Vogelperspektive ihre volle Schönheit. In städtischen Locations oder Indoor-Hochzeiten verpufft der Effekt. Rechtlich: Nicht alle Locations erlauben Drohnenflüge – vorab Genehmigung einholen.

After-Wedding-Shootings bieten Vorteile gegenüber Hochzeitstag-Paarbildern. Keine Zeitnot, kein Stress, keine wartenden Gäste. Sie können entfernte Locations nutzen, aufwendigere Outfits tragen (Kleid wird dreckig? Egal!) und mehrere Stunden nur für Paarbilder einplanen. Beliebt für Trash-the-Dress-Shootings oder Auslands-Destinationen. Nachteil: Makeup und Frisur müssen erneut professionell gemacht werden.

Rohdateien (RAW) sind nur für Spezialfälle sinnvoll. Die unbearbeiteten Dateien sehen flau und kontrastarm aus – genau so sollen Rohdateien sein. Nur mit Lightroom/Photoshop-Kenntnissen verwertbar. Wer eigene Bildbearbeitung plant oder einem befreundeten Fotografen Material geben möchte, kann sie nutzen. Für normale Paare ohne Bearbeitungs-Know-how sind sie wertlos.

Sparen Sie lieber an Dekoration oder Give-Aways als am Fotografen. Die Blumen welken nach drei Tagen, die Bilder bleiben für immer.

Checkliste: Den perfekten Fotografen finden

Folgen Sie diesem Schritt-für-Schritt-Prozess für eine fundierte Entscheidung. Überstürzen Sie nichts – die Fotografenwahl gehört zu den wichtigsten Dienstleister-Entscheidungen Ihrer Hochzeit.

Phase 1: Recherche (2-3 Wochen)

  • Sammeln Sie 10-15 Fotografen aus Ihrer Region über Instagram, Google-Suche und Empfehlungen
  • Filtern Sie nach Stil-Präferenz auf 5-7 Favoriten
  • Prüfen Sie Online-Bewertungen auf Google und Facebook (mindestens 4,5 Sterne Durchschnitt)
  • Schauen Sie jeweils 3-5 komplette Hochzeitsreportagen im Portfolio an

Phase 2: Erstgespräch (1-2 Wochen)

  • Kontaktieren Sie die 5-7 Favoriten mit konkreter Anfrage (Datum, Location, ungefähre Gästezahl)
  • Vereinbaren Sie Telefonate oder persönliche Treffen (kein Vertragsabschluss ohne Gespräch!)
  • Stellen Sie die zehn wichtigsten Fragen aus diesem Guide
  • Achten Sie auf Chemie und Kommunikationsstil

Phase 3: Entscheidung (1 Woche)

  • Vergleichen Sie Preis-Leistung objektiv in einer Tabelle
  • Gewichten Sie: 50% Bauchgefühl/Sympathie, 30% Portfolio-Qualität, 20% Preis
  • Holen Sie sich Zweitmeinung von Person Ihres Vertrauens
  • Prüfen Sie Vertragsentwurf auf die sieben Kernelemente

Phase 4: Buchung

  • Unterschreiben Sie Vertrag erst nach gründlicher Prüfung
  • Leisten Sie Anzahlung nur per nachvollziehbarer Überweisung (nie Bargeld)
  • Buchen Sie optional Engagement-Shooting für 3-6 Monate vor Hochzeit
  • Tragen Sie Abstimmungstermine in Kalender ein (Location-Scout, Timeline-Besprechung)

Phase 5: Vorbereitung (1-2 Monate vor Hochzeit)

  • Erstellen Sie Must-Have-Shot-Liste mit 10-15 Kernmotiven
  • Teilen Sie Timeline des Hochzeitstags mit genauen Uhrzeiten
  • Informieren Sie Fotografen über Besonderheiten (Überraschungen, Familiensituationen)
  • Organisieren Sie bei großer Familie "Koordinator" für Gruppenfotos (jemand, der alle zusammenruft)

Dokumentieren Sie den gesamten Prozess in einem Ordner – E-Mail-Kommunikation, Verträge, Rechnungen und Absprachen. Bei 8-12 Monaten Vorlauf vergisst man Details.


Quellen

Footnotes

  1. Listando, Hochzeitsfotograf Kosten 2025, 2024. https://www.listando.de/p/was-kostet-ein-hochzeitsfotograf/ 2 3 4

  2. Tim Glowik, Was kostet ein Hochzeitsfotograf 2025, 2024. https://timglowik.de/was-kostet-ein-hochzeitsfotograf/ 2 3

Questions fréquentes

Wann sollte man einen Hochzeitsfotografen buchen?
9-12 Monate im Voraus. Beliebte Fotografen sind in der Hochsaison (Mai-September) schnell ausgebucht.
Brauche ich einen zweiten Fotografen?
Bei mehr als 80 Gästen oder wenn Sie Getting Ready getrennt fotografieren möchten, lohnt sich ein zweiter Fotograf (+400-800€).
Wie lange dauert die Nachbearbeitung?
Professionelle Fotografen liefern die fertigen Bilder nach 4-8 Wochen. Erste Vorschauen gibt es oft schon nach einer Woche.
Was passiert bei schlechtem Wetter?
Gute Fotografen haben Plan B-Locations parat. Regen kann sogar für besonders stimmungsvolle Bilder sorgen.
Wie viele Bilder bekomme ich?
Bei einer Ganztagesbegleitung erhalten Sie 300-600 bearbeitete Bilder. Einige Fotografen liefern auch unbearbeitete Rohdateien.
Was ist, wenn der Fotograf krank wird?
Seriöse Fotografen haben ein Backup-Netzwerk. Klären Sie diese Frage im Vertrag vorab ab.
Sind die Bildrechte im Preis enthalten?
Ja, Sie erhalten üblicherweise die privaten Nutzungsrechte. Kommerzielle Nutzung muss separat vereinbart werden.
Lohnt sich ein Verlobungsshooting?
Ein Engagement-Shooting (200-400€) hilft, sich kennenzulernen und lockerer vor der Kamera zu werden. Empfehlenswert!

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