Hochzeit Outfit: Was anziehen als Gast?

Als Hochzeitsgast trägt man elegante Kleidung ohne die Braut zu überstrahlen. Frauen wählen ein knielanges oder langes Kleid, Männer einen Anzug. Weiß und Creme sind tabu.

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Kevin HAKevin HA

Frauen tragen zur Hochzeit ein knielanges oder bodenlanges Kleid, Männer erscheinen im Anzug – das Wichtigste ist, die Braut nicht zu überstrahlen. Laut Weddyplace fühlen sich 67% der Hochzeitsgäste unsicher bei der Outfit-Wahl1. Weiß, Creme und Elfenbein sind der Braut vorbehalten, während Schwarz entgegen früherer Konventionen heute akzeptiert wird. Der konkrete Dresscode hängt von Anlass, Jahreszeit und der vom Brautpaar kommunizierten Kleiderordnung ab.

Die richtige Kleidungswahl für eine Hochzeit erfordert ein Gespür für Etikette und Stilbewusstsein. Als Gast möchten Sie festlich und angemessen gekleidet sein, ohne dem Brautpaar die Show zu stehlen. Gleichzeitig soll Ihr Outfit zur Location, Jahreszeit und zum festgelegten Dresscode passen.

GrundregelFrauenMänner
Basis-OutfitKnielanges Kleid oder MaxikleidAnzug mit Hemd
Tabu-FarbenWeiß, Creme, ElfenbeinWeiß, Creme
Erlaubte FarbenPastell, Blau, Grün, Rosé, SchwarzDunkelblau, Grau, Anthrazit, Schwarz
SchuhePumps, Sandaletten, elegante BallerinasLederschuhe, hochwertige Loafer
AccessoiresClutch, dezenter SchmuckKrawatte oder Fliege, Manschettenknöpfe

Die wichtigsten Grundregeln für Hochzeitsgäste

Die Braut darf nicht überstrahlt werden – deshalb sind Weiß und auffällige Outfits tabu. Diese ungeschriebene Regel gilt weltweit und wird besonders im deutschsprachigen Raum streng beachtet. Laut Bridal Times halten 89% der Befragten Weiß für die Braut als absolutes Muss2. Ihre Kleidungswahl sollte festlich und elegant sein, aber dem Brautpaar den Vortritt lassen.

Regel 1: Weiß ist ausschließlich der Braut vorbehalten. Auch Creme, Elfenbein, Champagner und helle Beigetöne gelten als problematisch, da sie auf Fotos kaum von Weiß zu unterscheiden sind. Diese Konvention hat sich seit den 1840er Jahren etabliert, als Queen Victoria in Weiß heiratete und damit einen bis heute gültigen Standard setzte.

Regel 2: Der Dresscode des Brautpaares ist verbindlich. Moderne Paare geben auf der Einladung häufig einen Dresscode an – von "Casual Chic" über "Cocktail" bis "Black Tie". Laut Weddyplace definieren 58% der Paare heute einen konkreten Dresscode1. Wenn nichts angegeben ist, gilt "festlich-elegant" als Standard. Im Zweifelsfall können Sie beim Brautpaar oder den Trauzeugen nachfragen.

Regel 3: Die Formalität richtet sich nach Anlass und Location. Eine standesamtliche Hochzeit am Vormittag erlaubt weniger formelle Kleidung als eine kirchliche Trauung mit anschließender Abendfeier im Schloss. Beach-Weddings haben andere Anforderungen als klassische Hochzeiten im Hotel. Beachten Sie auch regionale Unterschiede: In Bayern sind Dirndl und Tracht bei Landhochzeiten durchaus üblich, während in Norddeutschland klassische Businessmode bevorzugt wird.

Regel 4: Respektieren Sie kulturelle und religiöse Vorgaben. Bei kirchlichen Trauungen sind bedeckte Schultern oft erwünscht – ein Bolero oder eine elegante Jacke löst das Problem. In katholischen Kirchen gilt Kopfbedeckung für Frauen als Zeichen des Respekts, ist aber nicht mehr zwingend erforderlich. Bei interkulturellen Hochzeiten informieren Sie sich vorab über spezifische Kleidungsregeln.

ErlaubtVerboten
Elegante Kleider in PastelltönenWeiß, Creme, Elfenbein
Anzüge in Dunkelblau, Grau, AnthrazitFreizeitkleidung, Jeans
Schwarz mit farbigen AccessoiresKnallrotes Kleid ohne Abstimmung
Hosenanzüge für FrauenZu kurze Röcke (Mini)
Festliche Stoffe (Seide, Chiffon, Samt)Sportliche Sneaker
Geschlossene oder elegante SandalettenFlip-Flops, offene Sandalen

Die Einhaltung dieser Grundregeln garantiert, dass Sie passend gekleidet sind und sich während der gesamten Feier wohlfühlen. Der detaillierte Dresscode-Guide hilft Ihnen bei spezifischen Fragen zur Kleiderordnung weiter.

Dresscodes verstehen: Von Casual bis Black Tie

Dresscodes definieren den Grad der Formalität – "Cocktail" verlangt ein elegantes Kleid bis zum Knie, "Black Tie" bedeutet Abendgarderobe. Laut Bridebook geben 62% der deutschen Paare 2025 einen konkreten Dresscode auf der Einladung an3. Die korrekte Interpretation verhindert Fehlgriffe und sorgt dafür, dass Sie sich unter den anderen Gästen wohlfühlen. Im DACH-Raum haben sich folgende Kategorien etabliert.

DresscodeFormalitätFrauenMännerAnlass
Casual ChicLeger-elegantSommerkleid, schicker JumpsuitStoffhose, Hemd, optionales SakkoGartenhochzeit, Standesamt
Smart CasualBusiness-elegantCocktailkleid, eleganter HosenanzugAnzug ohne Krawatte, dunkle Hose mit BlazerNachmittagsfeier, informelle Hochzeit
CocktailFestlichKnielanges Cocktailkleid, Midi-KleidDunkler Anzug mit KrawatteKlassische Hochzeit am Abend
FestlichSehr elegantLanges Abendkleid oder elegantes CocktailkleidDunkler Anzug, Smoking optionalAbendliche Feier, gehobene Location
Black TieHochformellBodenlanges AbendkleidSmoking mit FliegeGala-Hochzeit, exklusive Veranstaltung
White TieMaximal formellBallkleid mit HandschuhenFrack mit weißer FliegeSehr selten, royale Hochzeiten

Casual Chic bedeutet entspannt, aber durchdacht. Frauen tragen ein luftiges Midi-Kleid oder einen eleganten Jumpsuit aus hochwertigen Materialien. Männer kombinieren eine gut sitzende Stoffhose mit Hemd und können auf das Sakko verzichten, wenn es sehr warm ist. Dieser Dresscode eignet sich für Gartenhochzeiten, Strandhochzeiten oder bewusst leger geplante Feiern. In der Schweiz wird dieser Stil besonders bei Alpenhochzeiten im Sommer geschätzt.

Smart Casual liegt zwischen Business und Festlich. Das Outfit sollte gepflegt und hochwertig wirken, aber nicht übertrieben formell. Frauen wählen ein schickes Etuikleid oder einen eleganten Hosenanzug, Männer einen Anzug ohne Krawatte oder eine Kombination aus dunkler Hose und Blazer. Dieser Dresscode ist typisch für standesamtliche Hochzeiten am Vormittag oder entspannte Nachmittagsfeiern.

Cocktail ist der klassische Hochzeitsdresscode. Frauen erscheinen im Cocktailkleid – knielang oder als Midi-Variante – in festlichen Stoffen wie Seide oder Chiffon. Männer tragen einen dunklen Anzug mit Krawatte. Dieser Standard passt zu den meisten abendlichen Hochzeitsfeiern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Laut Weddyplace wählen 71% der Paare "Cocktail" oder "Festlich" als Dresscode1.

Festlich verlangt gehobene Abendgarderobe. Frauen können zwischen einem bodenlangen Abendkleid oder einem besonders eleganten Cocktailkleid wählen. Männer erscheinen im dunklen Anzug, wobei ein Smoking optional ist. Dieser Dresscode passt zu Hochzeiten in exklusiven Hotels, Schlössern oder bei sehr formellen Feiern. In Österreich wird bei Hochzeiten in historischen Locations häufig "Festlich" erwartet.

Black Tie ist hochformell und in Europa seltener als in den USA. Frauen tragen ein bodenlanges Abendkleid, Männer einen Smoking mit Fliege (niemals eine Krawatte zum Smoking). Dieser Dresscode kommt bei Gala-Hochzeiten oder sehr exklusiven Veranstaltungen zum Einsatz. Die Kleiderordnung ist streng – Abweichungen fallen sofort auf.

White Tie repräsentiert die höchste Formalitätsstufe und ist extrem selten. Frauen tragen ein Ballkleid mit langen Handschuhen, Männer einen Frack mit weißer Fliege und weißer Weste. In Deutschland kommt dieser Dresscode praktisch nur bei royalen oder diplomatischen Hochzeiten vor.

Wenn auf der Einladung kein Dresscode angegeben ist, orientieren Sie sich an der Location und Uhrzeit. Eine Hochzeit um 15 Uhr im Garten verlangt weniger Formalität als eine Abendfeier ab 18 Uhr im Grandhotel. Der ausführliche Dresscode-Guide bietet konkrete Outfit-Beispiele für jede Kategorie.

Farben: Was ist erlaubt und was tabu?

Weiß, Creme und Elfenbein sind absolut tabu, da sie der Braut vorbehalten sind – Schwarz ist erlaubt, wenn es festlich gestylt wird. Die Farbwahl bei Hochzeitsoutfits folgt klaren Regeln, die sich über Jahrzehnte etabliert haben. Laut Gofeminin halten 92% der Befragten die Weiß-Regel für unverzichtbar4. Neben diesen Grundsätzen spielen kulturelle Bedeutungen und aktuelle Trends eine Rolle.

FarbeBedeutungHochzeit geeignet?Styling-Tipp
Weiß/Creme/ElfenbeinReinheit, BrautNein, absolut tabuAuch nicht als Hauptfarbe mit Muster
SchwarzEleganz, TrauerJa, mit festlichen DetailsMit farbigen Accessoires aufhellen
RotLeidenschaft, AufmerksamkeitNur abgesprochenBordeaux oder Rosé statt Knallrot
BlauTreue, HarmonieJa, sehr geeignetAlle Nuancen von Hellblau bis Navy
GrünNatur, HoffnungJa, besonders im Frühling/SommerMint, Salbei, Smaragd funktionieren gut
Rosa/RoséRomantik, FreudeJa, klassisch für HochzeitenPastellrosa bis Altrosa
Lila/ViolettWürde, KreativitätJa, elegantFlieder, Aubergine, Mauve
Gold/ChampagnerLuxus, FestlichkeitKritisch, zu nah an WeißNur als Akzent, nicht als Hauptfarbe
GelbOptimismus, FreudeJa, für SommerhochzeitenSenf, Zitronengelb, Goldgelb
Grau/AnthrazitNeutralität, EleganzJa, zeitlosKombinierbar mit allen Akzentfarben

Warum ist Weiß tabu? Seit Königin Victoria 1840 in Weiß heiratete, gilt diese Farbe als exklusives Privileg der Braut. In der westlichen Hochzeitstradition symbolisiert Weiß Reinheit und markiert die Braut als Mittelpunkt der Feier. Auch helle Cremetöne, Champagner oder Elfenbein sind problematisch, weil sie auf Fotos kaum von Weiß zu unterscheiden sind. Selbst Kleider mit weißem Grundton und farbigem Muster sollten vermieden werden.

Schwarz ist erlaubt, aber mit Bedacht. Während Schwarz früher als Trauerfarbe bei Hochzeiten verpönt war, hat sich dies grundlegend geändert. Ein schwarzes Kleid oder ein schwarzer Anzug gelten heute als elegant und zeitlos – vorausgesetzt, das Outfit wirkt festlich und nicht düster. Frauen kombinieren ein schwarzes Kleid mit farbigen Accessoires wie einer bunten Clutch, farbigen Schuhen oder Statement-Schmuck. Männer wählen ein helles Hemd und eine farbige Krawatte zum schwarzen Anzug. Mehr Details bietet der Artikel Darf man Schwarz zur Hochzeit tragen?

Rot verlangt Fingerspitzengefühl. Ein knallrotes Kleid zieht alle Blicke auf sich – genau das sollten Gäste vermeiden. Rot gilt als selbstbewusste, dominante Farbe und kann als Versuch interpretiert werden, der Braut die Show zu stehlen. Gedeckte Rottöne wie Bordeaux, Weinrot oder ein dunkles Rosé sind akzeptabler. Wenn Sie Rot tragen möchten, sprechen Sie dies im Vorfeld mit dem Brautpaar ab. Der Artikel Warum kein Rot auf Hochzeiten? erklärt die kulturellen Hintergründe ausführlich.

Blau ist die sichere Wahl. Von Hellblau über Königsblau bis zu Navy – Blautöne funktionieren bei praktisch jeder Hochzeit. Blau symbolisiert Treue und Harmonie, passt zu allen Jahreszeiten und lässt sich vielseitig kombinieren. Ein marineblaues Kleid oder ein dunkelblauer Anzug sind zeitlose Klassiker, die nie falsch wirken.

Pastellfarben für Frühjahrs- und Sommerhochzeiten. Zartes Rosa, Mint, Flieder, Pfirsich oder helles Gelb passen perfekt zu Hochzeiten in der warmen Jahreszeit. Diese Farben wirken leicht, romantisch und fügen sich harmonisch in die festliche Atmosphäre ein. Besonders in Österreich und der Schweiz sind Pastelltöne bei Frühlingshochzeiten sehr beliebt.

Erdtöne und gedeckte Farben für Herbst und Winter. Bordeaux, Tannengrün, Aubergine, Petrol oder warme Brauntöne passen hervorragend zu Hochzeiten in der kälteren Jahreszeit. Diese Farben harmonieren mit der Saison und wirken festlich ohne aufdringlich zu sein. Kombiniert mit edlen Stoffen wie Samt oder Seide entstehen elegante Winteroutfits.

Gold und metallische Töne nur als Akzent. Ein komplett goldfarbenes oder champagnerfarbenes Kleid kommt Weiß zu nahe und sollte vermieden werden. Als Akzentfarbe – etwa bei Accessoires, Schuhen oder Details am Kleid – sind metallische Töne aber durchaus erlaubt und verleihen dem Outfit einen festlichen Glanz.

Die Farbwahl hängt letztlich auch von Ihrem Hauttyp und persönlichen Vorlieben ab. Wählen Sie eine Farbe, in der Sie sich wohlfühlen und die Ihnen schmeichelt – innerhalb der beschriebenen Grenzen haben Sie große Gestaltungsfreiheit.

Outfit für Frauen: Kleider, Längen und Accessoires

Frauen wählen ein Kleid in Knie- bis Maxilänge aus festlichen Stoffen – Miniröcke und schulterfreie Schnitte sind bei kirchlichen Trauungen unpassend. Die Outfit-Wahl für weibliche Hochzeitsgäste bietet vielfältige Möglichkeiten, erfordert aber Stil und Angemessenheit. Laut Bridal Times investieren Frauen durchschnittlich 180 Euro in ihr Hochzeitsoutfit2. Die richtige Kombination aus Kleiderlänge, Schnitt und Accessoires entscheidet über einen gelungenen Auftritt.

AnlassKleiderlängeSchnittStoffeSchuhe
Standesamt (Vormittag)Knielang, MidiA-Linie, EtuikleidBaumwolle, leichte SeidePumps, elegante Ballerinas
Kirchliche TrauungMidi, MaxilangMit Ärmeln oder BoleroChiffon, Seide, SpitzeGeschlossene Pumps, Sandaletten
AbendfeierMidi, MaxilangFließend, figurbetonendSamt, Satin, TüllHigh Heels, Sandaletten
SommerhochzeitMidi, knapp unter KnieLuftig, weitLeinen, Chiffon, SeideOffene Sandaletten, Wedges
WinterhochzeitMidi, MaxilangMit Ärmeln, geschlossenSamt, schwere Seide, BrokatGeschlossene Pumps

Kleiderlänge nach Anlass. Für standesamtliche Hochzeiten am Vormittag ist ein knielanges Kleid oder ein elegantes Midi-Kleid perfekt. Bei kirchlichen Trauungen und abendlichen Feiern darf es gerne länger sein – ein Maxikleid wirkt besonders elegant und festlich. Miniröcke oder Kleider, die deutlich über dem Knie enden, gelten als unpassend und zu casual. Die Midi-Länge (zwischen Knie und Knöchel) ist der vielseitigste Kompromiss und funktioniert bei nahezu allen Hochzeitsformaten.

Schnitte und Silhouetten. Die A-Linie schmeichelt den meisten Figurtypen und ist zeitlos elegant. Etui-Kleider betonen die Figur und wirken businesslike-festlich, während fließende Empire-Schnitte besonders bei Schwangeren beliebt sind. Wickelkleider kombinieren Eleganz mit Bequemlichkeit. Achten Sie darauf, dass der Ausschnitt nicht zu tief ist und bei kirchlichen Feiern die Schultern bedeckt sind – ein Bolero, eine Stola oder eine elegante Jacke lösen dieses Problem stilvoll.

Stoffwahl nach Saison. Im Frühling und Sommer sind leichte Stoffe wie Chiffon, Seide, Leinen oder Baumwolle ideal. Sie wirken luftig und verhindern übermäßiges Schwitzen. Im Herbst und Winter greifen Sie zu schwereren Materialien wie Samt, Brokat, dichter Seide oder Wollmischungen. Diese Stoffe halten warm und wirken durch ihre Struktur besonders edel. Spitze ist ganzjährig geeignet und verleiht jedem Kleid eine romantische Note.

Hosenanzüge als Alternative. Ein eleganter Hosenanzug ist mittlerweile bei den meisten Hochzeiten akzeptiert und bietet eine stilvolle Alternative zum Kleid. Wählen Sie hochwertige Stoffe, eine gute Passform und kombinieren Sie den Anzug mit femininen Details wie einer Seidenbluse oder Statement-Schmuck. In urbanen Regionen Deutschlands und Österreichs ist der Hosenanzug für Frauen längst etabliert, in ländlichen Gegenden kann er noch vereinzelt kritisch gesehen werden.

Schuhe: Eleganz trifft Komfort. Klassische Pumps mit mittlerem Absatz (5-7 cm) sind der sichere Standard. Sandaletten mit elegantem Riemchen passen zu Sommer- und Abendhochzeiten. Ballerinas sind nur dann geeignet, wenn sie hochwertig und festlich gestaltet sind – etwa mit Verzierungen oder aus edlem Leder. Vermeiden Sie Sneaker, Flip-Flops oder offene Sandalen im Birkenstockstil. Bei Outdoor-Hochzeiten oder Feiern auf Rasen sind Blockabsätze oder Wedges praktischer als Stilettos, da Sie nicht im Boden einsinken.

Accessoires mit Augenmaß. Eine elegante Clutch oder kleine Handtasche gehört zum Hochzeitsoutfit. Vermeiden Sie große Shopper oder Rucksäcke. Schmuck sollte festlich, aber nicht überladen sein – ein Statement-Piece (z.B. auffällige Ohrringe oder eine elegante Kette) reicht völlig. Zu viel Schmuck wirkt protzig. Ein Hut oder Fascinator ist bei britisch inspirierten Hochzeiten durchaus üblich, in Deutschland eher selten – tragen Sie Kopfbedeckungen nur, wenn sie zum Gesamtkonzept passen und die Sicht anderer Gäste nicht behindern.

Make-up und Frisur. Ein gepflegtes, festliches Make-up unterstreicht Ihr Outfit. Vermeiden Sie zu starke Kontraste oder extrem auffällige Looks – Sie möchten elegant wirken, nicht schrill. Die Frisur sollte zur Kleiderordnung passen: Hochsteckfrisuren wirken formeller, offene Haare lockerer. Bei windigen Outdoor-Hochzeiten empfiehlt sich eine festere Frisur.

Der detaillierte Outfit-Guide für Frauen bietet konkrete Styling-Beispiele für verschiedene Hochzeitstypen und Jahreszeiten.

Outfit für Männer: Anzug, Hemd und die richtige Krawatte

Männer tragen zur Hochzeit einen gut sitzenden Anzug in Dunkelblau, Grau oder Anthrazit – der Smoking bleibt Black-Tie-Events vorbehalten. Die männliche Hochzeitsgarderobe folgt klaren Konventionen mit weniger Spielraum als bei Frauen. Laut Statista geben Männer durchschnittlich 150 Euro für ein Hochzeitsoutfit aus5. Die richtige Kombination aus Anzug, Hemd, Krawatte und Schuhen sorgt für einen eleganten, angemessenen Auftritt.

Der Anzug als Basis. Ein klassischer zweiteiliger Anzug (Jackett und Hose) ist der Standard für Hochzeitsgäste. Die zeitlosesten Farben sind Dunkelblau (Navy), Grau und Anthrazit – sie passen zu allen Jahreszeiten und Hochzeitstypen. Schwarze Anzüge wirken sehr formell und werden häufig mit Beerdigungen assoziiert, sind aber mit dem richtigen Styling durchaus hochzeitstauglich. Helle Anzüge in Beige oder Hellgrau eignen sich für Sommerhochzeiten, besonders am Mittelmeer oder bei Beach-Weddings. Der Anzug sollte perfekt sitzen – lassen Sie ihn beim Schneider anpassen, wenn nötig.

Dreiteiler für besondere Eleganz. Ein Anzug mit Weste (Dreiteiler) wirkt festlicher und traditioneller. Diese Variante passt besonders zu abendlichen Hochzeiten oder wenn Sie eine herausgehobene Rolle haben (z.B. als Trauzeuge). In Österreich und Bayern ist der Dreiteiler bei formellen Hochzeiten besonders beliebt.

Hemd und Krawatte. Ein weißes Hemd ist der sichere Klassiker und passt zu jedem Anzug. Hellblaue Hemden wirken etwas legerer, sind aber ebenfalls akzeptabel. Das Hemd sollte langärmlig sein – kurzärmlige Hemden gelten als zu casual für Hochzeiten. Die Krawatte koordiniert das Outfit: Sie darf farblich passend zum Anzug oder bewusst als Akzent gewählt werden. Seide ist das bevorzugte Material. Die Krawatte sollte bis zum Gürtel reichen. Fliegen sind eine elegante Alternative, wirken aber formeller und passen besonders zu Smokings oder sehr festlichen Anlässen.

Wann ohne Krawatte? Bei ausdrücklich legeren Hochzeiten (Dresscode "Casual Chic" oder "Smart Casual") dürfen Sie auf die Krawatte verzichten. Öffnen Sie dann den obersten Hemdknopf. Ohne Krawatte und mit geschlossenem obersten Knopf wirkt das Outfit unvollständig. Bei sehr heißen Sommerhochzeiten im Freien kann das Brautpaar ausdrücklich erlauben, auf Krawatte und Jackett zu verzichten – fragen Sie im Zweifel nach.

Schuhe: Klassisch und gepflegt. Schwarze oder dunkelbraune Lederschuhe sind Standard. Oxford- oder Derby-Schuhe passen zu den meisten Anzügen. Die Schuhe müssen geputzt und in gutem Zustand sein – abgewetzte Sohlen oder verschmutzte Schuhe fallen negativ auf. Hochwertige Loafer (Slipper) sind eine elegante Alternative zu Schnürschuhen, besonders bei Sommerhochzeiten. Sneaker, auch "schicke", haben auf Hochzeiten nichts zu suchen, außer das Brautpaar kommuniziert explizit einen sehr legeren Dresscode.

Socken. Die Socken sollten zur Hose passen – also dunkel bei dunklem Anzug. Weiße Sportsocken sind ein absolutes No-Go. Bunte Socken als Style-Statement sind Geschmackssache – im Zweifel bleiben Sie konservativ.

Gürtel und Accessoires. Der Gürtel sollte farblich zu den Schuhen passen (schwarz zu schwarz, braun zu braun). Manschettenknöpfe verleihen dem Outfit einen zusätzlichen Hauch von Eleganz, erfordern aber ein Hemd mit Umschlagmanschetten. Eine hochwertige Armbanduhr rundet das Erscheinungsbild ab – vermeiden Sie Smartwatches bei sehr formellen Hochzeiten.

Einstecktuch. Ein Einstecktuch (Pochette) in der Brusttasche des Jacketts ist optional, wirkt aber sehr elegant. Es sollte farblich zum Outfit passen, darf aber nicht exakt mit der Krawatte übereinstimmen (das wirkt zu abgestimmt). Das Einstecktuch wird locker gefaltet und sollte lässig aus der Tasche schauen.

Ohne Anzug: Die Ausnahme. Nur bei ausdrücklich sehr legeren Hochzeiten (z.B. Gartenfest, Strandhochzeit mit "Casual Chic"-Dresscode) können Sie auf den Anzug verzichten. Dann ist eine hochwertige Stoffhose (Chino) mit Hemd und Sakko akzeptabel. Jeans sind nur erlaubt, wenn das Brautpaar dies explizit kommuniziert – ansonsten gelten sie als zu casual.

Der ausführliche Outfit-Guide für Männer zeigt konkrete Kombinationen für verschiedene Hochzeitsszenarien.

Besondere Rollen: Brautmutter, Trauzeugen und Familie

Brautmutter und Trauzeugen tragen festlichere Outfits als normale Gäste, bleiben aber dezenter als das Brautpaar. Personen mit besonderen Rollen bei der Hochzeit haben erhöhte Sichtbarkeit und damit auch besondere Verantwortung bei der Kleiderwahl. Sie repräsentieren das Brautpaar, stehen auf Fotos prominent im Vordergrund und sollten entsprechend elegant, aber nicht dominanter als Braut und Bräutigam gekleidet sein.

Die Brautmutter: Eleganz mit Zurückhaltung. Die Mutter der Braut (und des Bräutigams) nimmt eine zentrale Rolle ein und wird auf vielen Fotos zu sehen sein. Traditionell trägt die Brautmutter ein knielanges oder bodenlanges Kleid oder ein elegantes Kostüm. Die Farbe sollte mit dem Brautpaar abgesprochen werden – vermeiden Sie Weiß, Creme und die Hauptfarbe des Brautkleides. Gedeckte Farben wie Taupe, Flieder, Dunkelblau oder Bordeaux sind klassische Wahlen. Das Outfit sollte festlicher sein als das der regulären Gäste, aber nicht aufmerksamkeitsstärker als das Brautkleid. Ein Hut oder Fascinator ist optional und besonders bei traditionellen Hochzeiten üblich. Die Stilrichtung sollte zum Gesamtkonzept der Hochzeit passen – rustikal, klassisch, modern oder glamourös. Der Artikel Brautmutter Outfit bietet detaillierte Styling-Tipps.

Trauzeugen: Festlich und koordiniert. Trauzeugen tragen häufig Outfits, die farblich oder stilistisch aufeinander abgestimmt sind, besonders in den USA ist dies üblich. In Deutschland ist diese Abstimmung weniger streng, aber dennoch sollten Trauzeugen etwas festlicher gekleidet sein als normale Gäste. Männliche Trauzeugen tragen oft einen Anzug in der gleichen Farbe wie der Bräutigam (aber nicht identisch), eventuell mit einer abgestimmten Krawatte oder Fliege. Weibliche Trauzeuginnen wählen elegante Cocktail- oder Abendkleider, die farblich zur Hochzeitsdeko passen können. Das Brautpaar gibt häufig Vorgaben – sprechen Sie die Kleiderwahl ab. Trauzeugen sollten während der gesamten Feier präsentabel aussehen, da sie viele organisatorische Aufgaben übernehmen und ständig im Blickfeld sind.

Geschwister und enge Familie. Geschwister von Braut und Bräutigam sowie andere enge Familienmitglieder sollten sich ebenfalls etwas festlicher kleiden als entfernte Verwandte oder Freunde. Sie werden auf Familienfotos prominent zu sehen sein. Eine Abstimmung mit dem Brautpaar bezüglich Farbwahl ist empfehlenswert, besonders wenn bestimmte Farben für die Hochzeitsdeko gewählt wurden.

Blumenkinder und Ringträger. Kinder in besonderen Rollen tragen oft speziell ausgewählte Outfits. Mädchen erscheinen häufig in weißen oder cremefarbenen Kleidern (hier ist Weiß ausnahmsweise erlaubt), Jungen in kleinen Anzügen oder festlichen Hemden mit Fliege. Die Eltern sollten mit dem Brautpaar absprechen, was gewünscht ist. Wichtig ist, dass die Kleidung bequem ist – Kinder müssen sich darin bewegen können.

Der Bräutigamvater. Auch der Vater des Bräutigams hat eine sichtbare Rolle, wenn auch oft weniger zentral als die Brautmutter. Er trägt üblicherweise einen Anzug, der zum Formalitätsgrad der Hochzeit passt. Eine Abstimmung mit dem Bräutigam ist sinnvoll, damit die Outfits harmonieren, aber nicht identisch sind.

Sprechen Sie sich ab. Bei allen besonderen Rollen gilt: Kommunikation mit dem Brautpaar ist entscheidend. Moderne Paare haben oft klare Vorstellungen, wie sie ihre engsten Begleiter gekleidet sehen möchten. Eine frühzeitige Absprache verhindert Missverständnisse und sorgt dafür, dass alle Beteiligten sich wohl und angemessen gekleidet fühlen.

Outfit nach Anlass: Standesamt, Kirche und Jubiläen

Standesamtliche Hochzeiten erlauben weniger formelle Kleidung als kirchliche Trauungen – bei Jubiläen richtet sich das Outfit nach der Formalität der Feier. Der konkrete Anlass bestimmt maßgeblich, wie festlich Sie sich kleiden sollten. Laut Weddyplace finden 68% aller Hochzeiten in Deutschland nur standesamtlich statt1. Die Kleiderordnung variiert je nach Art der Zeremonie und Tageszeit erheblich.

Standesamtliche Hochzeit. Das Standesamt ist oft weniger formell als eine kirchliche Trauung. Viele Paare heiraten vormittags oder mittags im kleinen Kreis, gefolgt von einem Lunch oder Kaffeetrinken. Hier ist "Smart Casual" bis "Cocktail" angemessen: Frauen tragen ein elegantes Kleid oder einen schicken Hosenanzug, Männer einen Anzug, wobei die Krawatte optional sein kann. Bei sehr entspannten Standesamt-Hochzeiten ohne große Feier genügt auch gehobene Business-Kleidung. Wenn die standesamtliche Trauung Teil eines großen Hochzeitstages mit anschließender Feier ist, gelten die gleichen Regeln wie für die gesamte Veranstaltung. Der Artikel Standesamt Outfit bietet konkrete Beispiele. Informationen zum Ablauf finden Sie unter Standesamt Ablauf.

Kirchliche Trauung. Kirchliche Hochzeiten sind traditionell formeller. Hier gelten strengere Regeln: Schultern sollten bedeckt sein (Bolero, Stola oder Jacke), Röcke und Kleider mindestens knielang. Zu tiefe Ausschnitte sind unpassend. Männer erscheinen im Anzug mit Krawatte. In katholischen Kirchen kann eine Kopfbedeckung für Frauen erwartet werden, ist aber nicht mehr zwingend. Bei sehr traditionellen oder religiös konservativen Familien sollten Sie sich vorab über spezifische Kleidungsregeln informieren. Generell gilt: Respekt vor dem sakralen Raum zeigt sich auch in der Kleiderwahl.

Freie Trauungen. Bei freien Trauungen (im Freien, im Schloss, am Strand etc.) gibt es keine religiösen Vorgaben, aber der Dresscode wird vom Brautpaar definiert. Diese Feiern können sehr unterschiedlich sein – von rustikal-leger bis hochelegant. Achten Sie auf die Einladung und die Location. Eine Strandtrauung verlangt andere Kleidung als eine Zeremonie im Schlossgarten.

Goldene Hochzeit und andere Jubiläen. Bei Hochzeitsjubiläen richtet sich die Kleiderordnung nach der Art der Feier. Eine Goldene Hochzeit (50 Jahre) wird oft im festlichen Rahmen mit vielen Gästen gefeiert – hier ist elegante Kleidung angemessen, ähnlich wie bei der ursprünglichen Hochzeit. Ein knielanges Kleid für Frauen und ein Anzug für Männer sind die richtige Wahl. Bei kleineren, privaten Jubiläumsfeiern im Familienkreis kann es auch etwas legerer sein. Der Artikel Outfit Goldene Hochzeit gibt spezifische Tipps. Mehr zum Anlass selbst erfahren Sie unter Goldene Hochzeit.

Silberne Hochzeit (25 Jahre). Auch Silberhochzeiten werden häufig mit einer größeren Feier begangen. Die Kleiderordnung entspricht etwa der einer normalen Hochzeit, kann aber je nach Wunsch des Jubelpaares etwas entspannter sein. Fragen Sie im Zweifel nach.

Destination Weddings. Bei Hochzeiten im Ausland (z.B. Mittelmeer, Tropen, Berge) passen Sie Ihr Outfit an Klima und kulturelle Gegebenheiten an. Leichte Stoffe bei Hitze, geschlossene Kleidung in konservativen Ländern. Die Location bestimmt auch die Schuhwahl – High Heels im Sand funktionieren nicht, bei Bergtrauungen brauchen Sie robustes Schuhwerk.

Tageszeit beachten. Eine Hochzeit um 14 Uhr verlangt tendenziell weniger formelle Kleidung als eine Abendfeier ab 18 Uhr. Nachmittagshochzeiten erlauben hellere Farben und leichtere Stoffe, Abendfeiern rufen nach dunkleren, eleganteren Outfits.

Die Anpassung des Outfits an den konkreten Anlass zeigt Respekt gegenüber dem Brautpaar und sorgt dafür, dass Sie sich unter den anderen Gästen wohlfühlen.

Saisonale Tipps: Sommer- und Winterhochzeiten

Im Sommer wählen Sie leichte Stoffe in hellen Farben, im Winter schwere Materialien in gedeckten Tönen – jeweils mit passenden Accessoires. Die Jahreszeit beeinflusst Stoffwahl, Farben und praktische Details erheblich. Eine Sommerhochzeit im Juli verlangt völlig andere Überlegungen als eine Winterfeier im Dezember. Die richtige saisonale Anpassung sorgt für Komfort während der oft stundenlangen Feier.

Sommerhochzeiten (Mai bis September). Bei warmen Temperaturen sind leichte, atmungsaktive Stoffe unverzichtbar. Chiffon, Seide, Leinen und dünne Baumwolle verhindern übermäßiges Schwitzen. Frauen wählen Kleider in Midi- oder Maxilänge mit luftigen Schnitten – zu enge Kleider sind bei Hitze unangenehm. Ärmellose Kleider sind erlaubt, aber halten Sie für die Kirche eine leichte Stola oder einen Bolero bereit. Helle Farben wie Pastelltöne, helles Blau, Mint oder Gelb passen perfekt zur Jahreszeit und reflektieren Sonnenlicht statt es zu absorbieren. Offene Sandaletten sind ideal, achten Sie aber auf gepflegte Füße und eine Pediküre. Ein Sonnenhut ist bei Outdoor-Zeremonien praktisch, sollte aber während der Trauung abgenommen werden können. Männer leiden im Anzug besonders bei Hitze: Ein leichter Sommeranzug aus Leinen oder dünner Wolle in Hellgrau, Beige oder Hellblau ist angenehmer als schwere Winterwolle. Ein kurzärmliges Hemd ist möglich, wenn der Dresscode sehr leger ist – sonst bei extremer Hitze einfach das Jackett ablegen (aber erst, wenn das Brautpaar das Signal gibt). Die Krawatte kann bei Outdoor-Feiern weggelassen werden, wenn es entsprechend kommuniziert wird.

Besonderheiten bei Outdoor-Hochzeiten. Bei Feiern im Garten, Park oder am Strand berücksichtigen Sie den Untergrund. Pfennigabsätze versinken im Rasen oder Sand – wählen Sie Blockabsätze, Wedges oder elegante flache Schuhe. Bei starker Sonne ist Sonnenschutz wichtig: Cremen Sie sich ein und halten Sie bei Bedarf einen leichten Schal bereit, um Schultern zu bedecken. Ein kleiner Fächer kann bei großer Hitze hilfreich sein.

Herbsthochzeiten (September bis November). Der Herbst bietet mildere Temperaturen und prachtvolle Farben. Frauen greifen zu Kleidern in Bordeaux, Tannengrün, Rostrot, Aubergine oder warmem Gold. Stoffe können etwas schwerer sein als im Sommer – leichter Samt, schwere Seide oder Wollmischungen passen gut. Kleider mit Ärmeln oder eine elegante Jacke sind praktisch, da es abends kühl werden kann. Männer tragen Anzüge in dunklen Herbstfarben wie Dunkelgrün, Bordeaux oder klassischem Grau. Eine Weste unter dem Jackett hält zusätzlich warm.

Winterhochzeiten (Dezember bis März). Winterhochzeiten haben einen besonderen Zauber, verlangen aber durchdachte Kleidung. Frauen wählen Kleider aus Samt, schwerem Satin, Brokat oder dicken Wollstoffen in dunklen, satten Farben: Dunkelblau, Smaragdgrün, Bordeaux, Pflaume oder Schwarz. Lange Ärmel und geschlossene Schnitte sind nicht nur elegant, sondern auch praktisch. Wichtig ist eine stilvolle Lösung für den Übergang zwischen kaltem Außenbereich und beheiztem Innenraum: Ein eleganter Mantel, eine Pelzstola (Kunstpelz ist tierschutzfreundlicher) oder ein festlicher Blazer gehören zum Outfit. Diese Teile sollten zur Garderobe abgegeben werden können. Geschlossene Pumps sind im Winter angenehmer als offene Sandaletten. Strumpfhosen sind bei Kälte unverzichtbar – wählen Sie blickdichte in Hautfarbe oder passend zum Kleid. Männer tragen dunkle Anzüge aus Winter-Wolle. Ein eleganter Mantel (z.B. Chesterfield-Mantel) vervollständigt das Outfit für den Weg zur Location. Lederschuhe sollten winterfest und eventuell gefüttert sein.

Übergangszeit-Strategie. Im Frühling und Herbst können Temperaturschwankungen zwischen Tag und Abend erheblich sein. Das Zwiebelprinzip hilft: Ein Kleid mit abnehmbarer Jacke oder Bolero, eine Stola, die bei Bedarf umgelegt werden kann. So sind Sie für wechselnde Bedingungen gerüstet, ohne das elegante Gesamtbild zu zerstören.

Wetterrisiken einplanen. Bei Outdoor-Hochzeiten in unsicheren Jahreszeiten halten Sie einen Plan B bereit: wasserfeste Schuhe im Auto, einen zusammenlegbaren Regenschirm in der Tasche (transparent, um das Outfit nicht zu verdecken). Frauen sollten bei Regengefahr auf bodenlange Kleider verzichten, die im Schlamm schleifen könnten.

Die saisonale Anpassung zeigt, dass Sie die Umstände bedacht haben und sorgt dafür, dass Sie die Feier uneingeschränkt genießen können, statt zu frieren oder zu schwitzen.

Häufige Fehler vermeiden: Was Sie nicht tun sollten

Der häufigste Fehler ist, die Braut optisch zu konkurrieren – vermeiden Sie Weiß, zu auffällige Outfits und unangemessen casual Kleidung. Trotz klarer Regeln passieren bei Hochzeitsoutfits immer wieder typische Fehler, die peinlich sein können oder negativ auffallen. Die Vermeidung dieser Fauxpas garantiert einen stilvollen, angemessenen Auftritt.

Weiß oder weißnahe Farben tragen. Dies ist der Kardinalfehler schlechthin. Auch wenn Ihr Kleid nur zu 70% weiß ist und ein Muster hat – lassen Sie es im Schrank. Auf Fotos wirken Creme, Champagner und helles Beige oft wie Weiß. Die Braut verdient ihren einzigartigen Status.

Zu casual erscheinen. Jeans, T-Shirts, Sneaker oder Freizeitkleidung haben bei Hochzeiten nichts verloren, außer das Brautpaar kommuniziert explizit einen sehr legeren Dresscode. Selbst bei "Casual Chic" bleibt es elegant – das "Chic" ist entscheidend. Unterschätzen Sie nie die Formalität einer Hochzeit.

Zu sexy oder freizügig. Tiefe Ausschnitte, transparente Stoffe, Miniröcke oder bauchfreie Tops sind für Hochzeiten unpassend. Sie ziehen unerwünschte Aufmerksamkeit und wirken respektlos. Eleganz bedeutet auch Zurückhaltung.

Zu auffällig sein. Ein knalliges, extravagantes Outfit, das alle Blicke auf sich zieht, ist der Versuch, der Braut die Show zu stehlen – und wird entsprechend negativ wahrgenommen. Ihre Kleidung sollte stilvoll, aber nicht dominierend sein.

Die Schuhe vernachlässigen. Abgetretene, schmutzige oder völlig unpassende Schuhe zerstören auch das schönste Outfit. Investieren Sie in hochwertige Schuhe und pflegen Sie diese. Bei Männern sind ungepflegte Schuhe besonders auffällig.

Keine Rücksicht auf die Location. High Heels bei einer Wiesenhochzeit, offene Schuhe bei einer Winterfeier oder zu formelle Kleidung bei einer Strandhochzeit zeigen, dass Sie sich nicht mit dem Rahmen beschäftigt haben. Passen Sie Ihr Outfit an die Umgebung an.

Den Dresscode ignorieren. Wenn auf der Einladung "Black Tie" steht und Sie im Freizeitanzug erscheinen, oder umgekehrt im Smoking bei "Casual Chic" – Sie werden unangenehm auffallen. Nehmen Sie Dresscodes ernst.

Unbequeme Kleidung wählen. Eine Hochzeit dauert oft 8-12 Stunden. Wenn Ihre Schuhe nach einer Stunde unerträglich sind oder Ihr Kleid so eng ist, dass Sie nicht atmen können, wird der Tag zur Qual. Testen Sie Ihr Outfit vorab und sorgen Sie für Komfort.

Zu spät mit der Planung beginnen. Outfits in letzter Minute zu kaufen führt zu Kompromissen und Stress. Planen Sie mindestens 4-6 Wochen im Voraus, besonders wenn Änderungen nötig sind.

Keine Abstimmung bei besonderen Rollen. Trauzeugen, Brautmutter oder andere wichtige Personen sollten ihre Outfits mit dem Brautpaar absprechen. Sonst riskieren Sie Farbkonflikte oder stilistische Fehltritte.

Starke Parfums. Intensive Düfte können in geschlossenen Räumen oder bei der Zeremonie störend sein, besonders für Allergiker. Wählen Sie ein dezentes Parfum.

Wetterunangepasste Kleidung. Bei Sommerhitze in Samt oder bei Winterkälte mit nackten Schultern zu erscheinen, zeugt von schlechter Planung. Sie werden leiden und das zeigt sich.

Zu viel oder zu wenig Schmuck. Übertriebener Schmuck wirkt protzig, gar kein Schmuck bei festlicher Kleidung unvollständig. Finden Sie die Balance: ein Statement-Piece oder einige dezente Stücke.

Das Outfit nicht vorher testen. Ziehen Sie Ihr komplettes Outfit inklusive Schuhe, Accessoires und Unterwäsche mindestens einmal komplett an. So entdecken Sie Probleme rechtzeitig: rutscht der BH-Träger, sitzt die Hose zu eng, sind die Schuhe unbequem?

Die Vermeidung dieser Fehler zeigt Respekt gegenüber dem Brautpaar und den anderen Gästen. Sie werden sich sicherer fühlen und können die Feier unbeschwert genießen.

Fazit: Stilsicher gekleidet zur Hochzeit

Die richtige Kleidung zur Hochzeit kombiniert Eleganz, Angemessenheit und Respekt vor dem Brautpaar – mit der richtigen Vorbereitung gelingt der perfekte Auftritt. Als Hochzeitsgast stehen Sie vor der Herausforderung, festlich und stilvoll zu wirken, ohne die Hauptpersonen zu überstrahlen. Die wichtigsten Regeln sind überschaubar: Vermeiden Sie Weiß und weißnahe Farben, wählen Sie ein Outfit, das zum Dresscode und zur Location passt, und achten Sie auf gepflegte Details.

Frauen liegen mit einem eleganten Kleid in Knie- bis Maxilänge richtig, Männer mit einem gut sitzenden Anzug. Die Farbpalette bietet große Freiheit – von klassischem Schwarz über zeitloses Blau bis zu festlichen Pastelltönen. Die Jahreszeit bestimmt Stoffwahl und Schnitt, der konkrete Anlass die Formalität. Besondere Rollen wie Brautmutter oder Trauzeugin verlangen etwas mehr Aufwand, aber die Grundprinzipien bleiben gleich.

Investieren Sie Zeit in die Planung, testen Sie Ihr Outfit vorab und passen Sie es an die spezifischen Umstände an. Mit der richtigen Vorbereitung werden Sie nicht nur gut aussehen, sondern sich auch wohlfühlen – und das ist die Basis, um die Feier in vollen Zügen zu genießen und dem Brautpaar einen unvergesslichen Tag zu bereiten.

Für spezifische Situationen helfen die verlinkten Detailartikel: Was anziehen zur Hochzeit?, Outfit-Guide für Frauen, Outfit-Guide für Männer, Standesamt Outfit, Darf man Schwarz tragen?, Warum kein Rot?, Brautmutter Outfit und Outfit Goldene Hochzeit.

Mit diesem Wissen ausgestattet steht Ihrem nächsten Hochzeitsbesuch in stilvoller Eleganz nichts mehr im Weg.

Quellen und Referenzen

Footnotes

  1. WeddyPlace, Hochzeitsstudie 2024, 2024. https://www.weddyplace.com/de/hochzeitsstudie/2024 2 3 4

  2. Bridal Times, Die große Hochzeitsstudie 2024, 2024. https://www.bridal-times.com/de/die-grosse-hochzeitsstudie-2024/ 2

  3. Bridebook, Hochzeitstrends Deutschland 2025, 2024. https://bridebook.com/de

  4. Gofeminin, Dresscode Hochzeit, 2024. https://www.gofeminin.de/hochzeit/dresscode-hochzeit-s4036847.html

  5. Statista, Eheschließungen in Deutschland bis 2024, 2024. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1323/umfrage/eheschliessungen-in-deutschland/

Häufig gestellte Fragen

Was zieht man zur Hochzeit an?
Frauen tragen ein elegantes Kleid (knielang oder lang), Männer einen Anzug mit Hemd. Vermeiden Sie Weiß, Creme und zu auffällige Outfits.
Darf man Schwarz zur Hochzeit tragen?
Ja, Schwarz ist zur Hochzeit erlaubt, solange das Outfit elegant und nicht zu düster wirkt. Kombinieren Sie mit farbigen Accessoires.
Was trägt man zur standesamtlichen Hochzeit?
Standesamtliche Hochzeiten sind oft weniger formell. Business Casual bis elegant ist passend. Fragen Sie im Zweifel das Brautpaar.
Welche Farben sind auf Hochzeiten tabu?
Weiß, Creme und Elfenbein sind der Braut vorbehalten. Auch knalliges Rot gilt als unpassend, da es zu viel Aufmerksamkeit erregt.
Muss man als Mann einen Anzug tragen?
Bei den meisten Hochzeiten wird ein Anzug erwartet. Bei legeren Feiern kann eine Stoffhose mit Hemd und Sakko ausreichen.
Was zieht die Brautmutter an?
Die Brautmutter trägt ein elegantes Kleid oder Kostüm in gedeckten Farben. Die Länge sollte zur Formalität der Feier passen.
Darf man Jeans zur Hochzeit tragen?
Nur bei ausdrücklich legeren Feiern. In der Regel sind Jeans für Hochzeiten zu casual und sollten vermieden werden.
Was trägt man zur Hochzeit im Sommer?
Leichte Stoffe wie Chiffon oder Leinen, helle Farben und luftige Schnitte. Vermeiden Sie zu kurze Kleider oder Shorts.
Welche Schuhe sind für Hochzeitsgäste geeignet?
Frauen tragen Pumps, Sandaletten oder elegante Ballerinas. Männer wählen klassische Lederschuhe oder hochwertige Loafer.
Was bedeutet der Dresscode 'festlich'?
Festlich bedeutet elegante Abendgarderobe: Frauen in Cocktailkleid oder langem Kleid, Männer im dunklen Anzug mit Krawatte.

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Was zieht man zur Hochzeit an? (Kompletter Guide)

Zur Hochzeit trägt man elegante Kleidung: Frauen ein knielanges oder langes Kleid, Männer Anzug mit Hemd. Weiß und Creme sind tabu, Schwarz ist erlaubt.

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Ein dunkler Anzug mit Hemd ist der Standard für Hochzeitsgäste. Bei legeren Feiern reicht eine elegante Stoffhose mit Hemd und Sakko. Im Sommer ohne Krawatte und mit leichten Stoffen möglich.

Was zieht man zur Standesamtlichen Hochzeit an?

Zur standesamtlichen Hochzeit kleidet man sich Business Casual bis elegant. Frauen: kurzes Kleid oder Hosenanzug. Männer: Anzug oder Stoffhose mit Hemd.

Kann man Schwarz zur Hochzeit tragen?

Ja, Schwarz ist zur Hochzeit erlaubt. Es wirkt elegant, wenn richtig gestylt. Kombinieren Sie mit farbigen Accessoires und vermeiden Sie einen zu düsteren Look.

Was trägt die Brautmutter zur Hochzeit?

Die Brautmutter trägt ein elegantes Kleid in gedeckten Farben wie Navy, Champagner oder Dunkelgrün. Nicht Weiß und nicht im gleichen Stil wie die Braut.

Was trägt man zur Goldenen Hochzeit als Gast?

Zur Goldenen Hochzeit trägt man elegante, aber nicht übertriebene Kleidung. Goldene Accessoires sind eine nette Geste. Der Fokus liegt auf dem Jubelpaar.

Warum kein Rot auf der Hochzeit?

Rot ist in Deutschland zur Hochzeit grundsätzlich erlaubt. In einigen asiatischen Kulturen sollte man es vermeiden, da Rot dort der Braut vorbehalten ist.

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