Hochzeit Outfit Mann: Mit oder ohne Anzug? Guide 2025

Ein dunkler Anzug mit Hemd ist der Standard für Hochzeitsgäste. Bei legeren Feiern reicht eine elegante Stoffhose mit Hemd und Sakko. Im Sommer ohne Krawatte und mit leichten Stoffen möglich.

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Kevin HA
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TL;DR - Das Wichtigste zum Hochzeitsoutfit für Männer

Ein dunkler Anzug (Dunkelblau, Anthrazit, Grau) mit weißem oder hellblauem Hemd ist der Standard für männliche Hochzeitsgäste in Deutschland (2025).1 Bei legeren Feiern reicht eine elegante Stoffhose mit Hemd und Sakko, auf die Krawatte kann verzichtet werden. Sommerhochzeiten erlauben helle Farben und leichte Stoffe wie Leinen.2 Der Dresscode auf der Einladung gibt konkrete Orientierung: Black Tie bedeutet Smoking, Smart Casual erlaubt Kombinationen ohne Krawatte. Ein gut sitzender Anzug kostet durchschnittlich 350-800 Euro, die Passform ist wichtiger als der Preis.3

Was Mann zur Hochzeit trägt: Die Grundregel

Ein Mann trägt als Hochzeitsgast idealerweise einen Anzug mit Hemd und Krawatte oder Fliege.1 Das ist seit Jahrzehnten der ungeschriebene Standard bei Hochzeiten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Regel gilt besonders für kirchliche Trauungen, standesamtliche Zeremonien und Abendveranstaltungen. Bei weniger formellen Feiern wie Gartenpartys oder Strandhochzeiten kann man auf den Anzug verzichten und stattdessen eine elegante Stoffhose mit Hemd und optionalem Sakko tragen.

Die Wahl des richtigen Outfits hängt von drei Faktoren ab: dem angegebenen Dresscode auf der Einladung, der Tageszeit der Feier und dem Veranstaltungsort. Eine kirchliche Trauung um 14 Uhr erfordert ein anderes Outfit als eine Strandhochzeit bei Sonnenuntergang. Der Schlüssel liegt darin, festlich und gepflegt auszusehen, ohne dem Bräutigam die Show zu stehlen.

Die goldene Regel: Lieber etwas zu elegant als zu leger gekleidet. Ein Anzug kann man immer lockern, indem man Krawatte und Sakko ablegt. Umgekehrt lässt sich eine zu lässige Kleidung nicht mehr aufwerten.

Der richtige Anzug für die Hochzeit

Farben und ihre Bedeutung

Die Anzugfarbe sendet eine klare Botschaft über Stil und Angemessenheit. Dunkelblau gilt als die vielseitigste Wahl für Hochzeitsgäste – festlich genug für formelle Anlässe, aber nicht so streng wie Schwarz.1 Anthrazit und mittleres Grau sind zeitlose Alternativen, die zu allen Jahreszeiten passen. Schwarze Anzüge sollten Abendveranstaltungen oder sehr formellen Hochzeiten vorbehalten bleiben, da sie tagsüber zu streng wirken können.

Im Sommer 2025 sind auch hellere Töne gesellschaftsfähig: Beige, Hellgrau und sogar Pastelltöne wie helles Blau funktionieren bei Outdoor-Hochzeiten.2 Wichtig ist, dass der gesamte Look harmonisch bleibt und nicht mit der Hochzeitsdekoration oder dem Outfit des Bräutigams konkurriert.

AnzugfarbeAnlassJahreszeitWirkung
DunkelblauUniversal, alle HochzeitenGanzjährigElegant, festlich, modern
AnthrazitFormelle HochzeitenGanzjährigKlassisch, zeitlos, seriös
GrauTaghochzeiten, Semi-formellGanzjährigModern, vielseitig, leicht
SchwarzAbendveranstaltung, Black TieHerbst/WinterSehr formell, traditionell
Beige/HellgrauSommerhochzeit, OutdoorFrühling/SommerLeicht, sommerlich, locker

Stoffe nach Jahreszeit

Der Stoff macht den Unterschied zwischen schwitzend durch die Sommerhochzeit zu stolpern und komfortabel zu feiern. Winterhochzeiten verlangen nach Schurwolle oder Wollmischungen, die Wärme bieten und formstabil bleiben.4 Für Sommerhochzeiten sind Leinen, leichte Baumwollmischungen oder tropische Wolle die richtige Wahl – sie sind atmungsaktiv und knitterarm.

Leinen hat einen besonderen Charme bei Outdoor-Hochzeiten, neigt aber zum Knittern. Das gehört zum Look dazu und wird bei legeren Feiern akzeptiert. Für formellere Anlässe im Sommer wählt man besser eine Mischung aus Wolle und Seide oder spezielle Tropical-Wool-Anzüge, die Eleganz mit Atmungsaktivität verbinden.

Ganzjahres-Stoffe aus Schurwolle mit mittlerem Gewicht (250-300g/m²) sind die praktischste Investition. Sie funktionieren bei den meisten Hochzeiten und können durch Hemd- und Accessoire-Wahl an die Jahreszeit angepasst werden.

Passform: Der Unterschied zwischen gut und großartig

Die perfekte Passform ist wichtiger als Marke oder Preis. Ein 300-Euro-Anzug vom Schneider angepasst schlägt einen schlecht sitzenden 1000-Euro-Designer-Anzug.1 Die Schulternaht sollte exakt auf dem Schulterknochen enden – hier ist kaum Änderung möglich, also muss dieser Punkt beim Kauf stimmen.

Die Ärmellänge ist korrekt, wenn beim herabhängenden Arm 1-2 cm des Hemdärmels sichtbar sind. Die Sakkolänge sollte den Po bedecken und in etwa dort enden, wo Daumen auf Handfläche trifft, wenn man die Arme entspannt hängen lässt. Bei der Hose gilt: ein leichter "Break" (Falte) am Schuh ist ideal, die Hose sollte hinten bis zur Mitte des Absatzes reichen.

Moderne Schnitte sind schmaler als vor 10 Jahren, aber extreme Skinny-Fits wirken schnell übertrieben. Ein zeitgemäßer Slim Fit mit etwas Bewegungsfreiheit ist die sichere Wahl. Klassische Regular Fits sind ebenfalls akzeptabel, besonders für Männer mit kräftigerer Statur.

Preisklassen und was man erwarten kann

Die Investition in einen Hochzeitsanzug variiert stark je nach Anspruch und Budget. Einstiegsanzüge von Ketten wie C&A oder H&M kosten 100-300 Euro und reichen für gelegentliche Anlässe.3 Die Qualität ist ausreichend, aber Stoffe und Verarbeitung sind simpel. Diese Anzüge halten bei guter Pflege 2-3 Jahre.

Die Mittelklasse (350-800 Euro) von Marken wie Boss, Strellson oder Joop bietet deutlich bessere Stoffe, haltbarere Verarbeitung und oft Änderungsservice.1 Hier findet man Anzüge, die bei regelmäßiger Pflege 5-7 Jahre halten und bei mehreren Hochzeiten eine gute Figur machen.

Premium-Anzüge und Maßanfertigungen starten bei 800-1500 Euro. Maßanzüge vom lokalen Schneider garantieren perfekten Sitz und individuelle Details. Designer-Anzüge von Armani, Ermenegildo Zegna oder Tom Ford beginnen bei 1500 Euro und können bis über 5000 Euro kosten. Für Gäste ist dieser Preisbereich nur bei regelmäßigen formellen Anlässen sinnvoll.

Die beste Strategie für die meisten Männer: Ein vielseitiger dunkler Anzug in guter Qualität (400-600 Euro), vom Schneider perfekt angepasst. Dieser eine Anzug funktioniert dann für Hochzeiten, Geschäftstermine und andere festliche Anlässe.

Dresscodes verstehen: Was die Einladung wirklich meint

Black Tie - Der klassische Abendanzug

Black Tie bedeutet Smoking, und zwar ausschließlich.4 Ein schwarzer Smoking mit schwarzer Fliege (niemals Krawatte zum Smoking), weißes Smokinghemd mit verdeckter Knopfleiste und schwarze Lackschuhe sind Pflicht. Dieser Dresscode kommt bei sehr formellen Abendveranstaltungen zum Einsatz, meist ab 18 Uhr.

Die Smokinghose hat seitliche Galon-Streifen aus Satin, die Sakko-Revers sind ebenfalls aus Satin oder Rips. Ein Kummerbund oder eine Smoking-Weste ersetzt den Gürtel. Kreativität ist hier fehl am Platz – Black Tie folgt strengen Konventionen, die man einhalten sollte.

Da Smokings selten getragen werden, ist Mieten oft sinnvoller als Kaufen. Gute Smoking-Verleihe bieten komplette Sets ab 80-150 Euro, inklusive professioneller Anpassung und Accessoires.4

White Tie - Die Königsklasse

White Tie ist der formellste Dresscode überhaupt und bei Hochzeiten extrem selten. Er verlangt einen Frack mit weißer Fliege, weißer Weste und Lackschuhen. Wenn dieser Dresscode auf einer Einladung steht, sollte man ihn absolut ernst nehmen oder höflich absagen, falls man die Anforderung nicht erfüllen kann.

Cocktail - Elegant aber nicht Black Tie

Cocktail bedeutet dunkler Anzug (Dunkelblau, Anthrazit, Grau), aber nicht Schwarz, kombiniert mit Hemd und Krawatte.5 Dieser Dresscode gilt für semi-formelle Abendveranstaltungen. Man darf etwas Farbe zeigen – eine farbige Krawatte oder ein gemustertes Einstecktuch sind erlaubt.

Die Atmosphäre ist festlich aber nicht steif. Loafer statt Oxford-Schuhe sind möglich, eine Weste kann den Look aufwerten. Cocktail ist der häufigste Dresscode bei modernen Hochzeiten in Deutschland.

Smart Casual - Die elegante Lockerheit

Smart Casual verwirrt viele Männer, ist aber eigentlich eindeutig: elegante Stoffhose (Chino oder Anzughose) kombiniert mit Hemd und optional Sakko.4 Die Krawatte fällt weg, das Hemd kann auch ohne Sakko getragen werden. Wichtig ist, dass alles gepflegt und hochwertig wirkt.

Typische Smart Casual Kombinationen: Dunkelblaue Chino mit weißem Hemd und beigem Blazer, graue Anzughose mit hellblauem Hemd ohne Sakko, oder Beige Stoffhose mit gemustertem Hemd und Navy-Blazer. Die Schuhe bleiben elegant – Lederschuhe wie Derby oder Loafer sind Pflicht.

Smart Casual ist ideal für Sommerhochzeiten, Gartenfeiern oder den Brunch am Tag nach der Hochzeit. Es verbindet Komfort mit Eleganz und gibt Raum für persönlichen Stil.

Casual - Selten aber möglich

Echter Casual-Dresscode bei Hochzeiten ist selten, kommt aber bei sehr informellen Feiern wie Strandhochzeiten vor. Dann sind Chino mit elegantem Hemd ohne Sakko akzeptabel, manchmal sogar hochwertige dunkle Jeans mit Blazer. Trotzdem: Auch "casual" heißt bei einer Hochzeit nicht Sneaker und T-Shirt. Es geht darum, leger aber respektvoll gekleidet zu sein.

Krawatte: Ja oder Nein?

Wann die Krawatte Pflicht ist

Die Krawatte gehört zur klassischen Hochzeitsgarderobe und ist bei formellen Anlässen unverzichtbar. Kirchliche Trauungen verlangen traditionell nach Krawatte, ebenso Abendveranstaltungen in gehobenen Locations.5 Wenn die Einladung "festlich" oder "formell" angibt oder ein spezifischer Dresscode wie "Cocktail" genannt wird, sollte man mit Krawatte erscheinen.

Bei Hochzeiten in konservativen Familien oder religiösen Kontexten ist die Krawatte ebenfalls gesetzt. Im Zweifel gilt: Lieber mit Krawatte kommen und sie später abnehmen können, als umgekehrt. Eine Krawatte in der Tasche mitzubringen, schadet nie.

Die Krawatte sollte farblich zur Hochzeit passen, aber nicht mit dem Bräutigam konkurrieren. Klassische Farben sind Dunkelblau, Bordeaux oder Grau. Weiße oder cremefarbene Krawatten sind dem Bräutigam und seinen Trauzeugen vorbehalten.

Wann man auf die Krawatte verzichten kann

Sommerhochzeiten, besonders im Freien, erlauben oft den Verzicht auf die Krawatte.2 Wenn die Einladung explizit "Smart Casual" oder "leger" angibt, ist die Krawatte optional. Bei Gartenpartys, Strandhochzeiten oder Feiern in sehr entspannter Atmosphäre wirkt ein offener Hemdkragen angemessen.

Auch die Tageszeit spielt eine Rolle: Bei einer Zeremonie um 11 Uhr mit anschließendem Gartenbrunch kann man kravattenlos erscheinen, während die Abendfeier ab 18 Uhr dann doch eine Krawatte rechtfertigt. Manche Männer bringen eine Krawatte mit und entscheiden vor Ort, was die meisten anderen Gäste tragen.

Ohne Krawatte wird das perfekte Hemd umso wichtiger: Es sollte hochwertig sein, tadellos gebügelt und im Kragen stabil genug, um auch offen gut auszusehen. Ein Hemd mit Kentkragen oder Button-Down-Kragen funktioniert ohne Krawatte besser als ein klassischer Haifischkragen.

Die Fliege als Alternative

Die Fliege ist die klassische Alternative zur Krawatte und wirkt verspielt-elegant.5 Sie passt besonders gut zu Vintage-Hochzeiten, Hochzeiten im 20er-Jahre-Stil oder wenn der Bräutigam und seine Trauzeugen ebenfalls Fliegen tragen. Eine Fliege zu binden erfordert Übung – fertig gebundene Fliegen zum Anstecken sind praktischer, wirken aber weniger authentisch.

Farblich gelten ähnliche Regeln wie bei Krawatten: Dezente Töne, die zur Hochzeit passen. Schwarze Fliegen sind Smokings vorbehalten, farbige oder gemusterte Fliegen bringen Persönlichkeit ins Spiel.

Das Einstecktuch allein

Manche Männer verzichten auf Krawatte oder Fliege und setzen nur auf ein Einstecktuch im Sakko. Das funktioniert bei Smart Casual oder sehr modernen Hochzeiten. Das Einstecktuch sollte dann zum Hemd oder zur Hochzeitsfarbe passen und locker-lässig gefaltet sein, nicht zu perfekt.

Outfit nach Anlass: Was passt wo?

Standesamtliche Hochzeit

Die standesamtliche Trauung ist heute oft der Hauptakt der Hochzeit. Ein klassischer Anzug mit Hemd und Krawatte ist hier Standard.1 Da standesamtliche Zeremonien meist kürzer und kleiner sind als kirchliche, kann man bei sehr informellen Feiern auch zu Stoffhose mit Sakko greifen.

Die Farbwahl ist frei: Dunkelblau, Grau und Anthrazit funktionieren immer. Bei Sommerhochzeiten sind auch hellere Töne passend. Wenn nach dem Standesamt ein Dinner oder eine Party folgt, sollte das Outfit den ganzen Tag durchhalten können.

Viele Paare heiraten standesamtlich im kleinen Kreis und feiern später groß kirchlich oder in freier Zeremonie. In diesem Fall kann man beim Standesamt etwas legerer erscheinen und zur großen Feier den formellen Anzug auspacken.

Kirchliche Hochzeit

Die kirchliche Trauung ist traditionell der formellste Teil der Hochzeit. Anzug mit Krawatte ist hier gesetzt, Shorts oder sehr legere Kleidung sind tabu.1 Aus Respekt vor dem religiösen Rahmen sollte man konservativ gekleidet sein – knallbunte Anzüge oder extrem modische Schnitte wirken fehl am Platz.

Klassische dunkle Anzüge (Dunkelblau, Anthrazit, Schwarz) mit weißem oder hellblauem Hemd sind die sichere Wahl. In Kirchen kann es kühl sein, auch im Sommer – ein Sakko ist also nicht nur stilistisch, sondern auch praktisch sinnvoll.

Bei katholischen oder orthodoxen Hochzeiten gelten teils strengere Kleidungsregeln. Schultern sollten bedeckt sein (bei Männern ohnehin gegeben), und der Gesamteindruck sollte würdevoll sein.

Sommerhochzeit und Outdoor-Feiern

Sommerhochzeiten erlauben leichtere Stoffe und hellere Farben.2 Leinen-Anzüge in Beige, Hellgrau oder Hellblau sind perfekt für Temperaturen über 25 Grad. Leinen knittert naturgemäß – das gehört zum sommerlichen Look dazu und wird akzeptiert.

Wenn es sehr heiß ist, kann man auf die Krawatte verzichten und das Hemd offen tragen. Ein Einstecktuch bringt trotzdem Farbe ins Spiel. Statt schwerer Oxford-Schuhe sind Loafer oder Monks die bessere Wahl – sie sind luftiger und passen zum sommerlichen Look.

Bei Gartenpartys oder Strandhochzeiten funktionieren auch Kombinationen aus Stoffhose und Blazer in unterschiedlichen Farben. Wichtig: Auch im Sommer bleiben Sneaker und Sandalen tabu. Elegante Lederschuhe ohne Socken (mit unsichtbaren Footies) sind der Kompromiss zwischen Stil und Komfort.

Winterhochzeit

Winterhochzeiten verlangen nach wärmeren Stoffen und dunkleren Farben. Schurwolle in Dunkelblau, Anthrazit oder Schwarz ist ideal.1 Ein Mantel gehört zur Winterhochzeit dazu – ein klassischer Wollmantel in Schwarz, Dunkelblau oder Kamel passt über jeden Anzug.

Accessoires können den Look aufwerten: Ein Schal in edler Wolle oder Kaschmir, Lederhandschuhe und eine stilvolle Uhr ergänzen das Outfit. In beheizten Locations kann man Sakko und Weste tragen – die Weste hält warm und ermöglicht es, das Sakko abzulegen, ohne unelegant zu wirken.

Winterhochzeiten finden oft in stimmungsvollen Locations mit Kerzenlicht statt. Dunkle Anzüge passen perfekt zu dieser Atmosphäre und wirken festlicher als helle Töne.

Gartenparty und legere Outdoor-Feiern

Wenn die Hochzeit als Gartenparty oder BBQ-Feier stattfindet, ist Smart Casual meist angemessen.4 Chino oder Stoffhose mit Hemd und optionalem Blazer funktionieren hier besser als ein kompletter Anzug. Die Atmosphäre ist entspannt, das Outfit sollte es widerspiegeln.

Farben dürfen sommerlich sein: Beige Chino mit hellblauem Hemd und Navy-Blazer, oder khakifarbene Hose mit weißem Hemd und braunen Lederschuhen. Loafer ohne Socken sind bei diesem Dresscode die perfekte Wahl.

Trotz der Lockerheit gilt: Das Outfit muss hochwertig und gepflegt sein. Knitterfreie Stoffe, saubere Schuhe und ein frisch gebügeltes Hemd sind Pflicht. "Leger" heißt nicht "schlampig".

Hemd, Schuhe und Accessoires

Das richtige Hemd

Das Hemd ist die Grundlage jedes Hochzeitsoutfits. Weiß ist der zeitlose Klassiker und funktioniert zu jedem Anzug und jeder Krawattenfarbe.1 Hellblau ist die moderne Alternative – es wirkt etwas weniger streng als Weiß und passt besonders gut zu dunkelblauen Anzügen.

Im Sommer sind auch Hemden in Ecru, zartem Rosa oder Hellgrau möglich. Gemusterte Hemden (feine Streifen, dezente Karos) funktionieren bei Smart Casual, sollten aber bei formellen Hochzeiten vermieden werden.

Die Passform ist entscheidend: Das Hemd sollte an Schultern und Brust gut sitzen, aber nicht spannen. Der Kragen muss bequem sein, aber nicht zu weit – zwischen Hals und Kragen sollte maximal ein Finger passen. Für Krawatten braucht man Hemden mit klassischem Kragen (Kent- oder Haifischkragen), für offene Looks funktionieren auch Button-Down-Kragen.

Ärmellänge: Die Manschette sollte etwa 1-2 cm unter dem Sakkoärmel hervorschauen. Bei Manschettenknöpfen (French Cuffs) darf es etwas mehr sein. Die Hemden-Qualität macht einen Unterschied: Hochwertige Baumwolle (100er oder 120er Garn) fühlt sich besser an und knittert weniger.

Schuhe: Das Fundament des Outfits

Die Schuhe verraten oft mehr über Stilbewusstsein als der Rest des Outfits. Oxford-Schuhe mit geschlossener Schnürung sind die formellste Wahl und passen zu klassischen Anzügen.4 Derby-Schuhe mit offener Schnürung sind minimal legerer, aber immer noch elegant genug für jede Hochzeit.

Loafer (Slipper) sind die moderne Alternative für Smart Casual und Sommerhochzeiten. Monk-Schuhe mit Schnallen wirken interessant und passen zu modernen Looks. Die Farbe sollte zum Anzug passen: Schwarze Schuhe zu Schwarz oder Anthrazit, braune Schuhe zu Blau, Grau oder Beige.

Preisspanne: Gute Lederschuhe kosten 150-400 Euro und halten bei Pflege viele Jahre.3 Wichtiger als die Marke ist die Qualität des Leders und der Verarbeitung. Rahmengenähte Schuhe (Goodyear Welt) können neu besohlt werden und sind eine Investition fürs Leben.

Die Schuhe müssen perfekt gepflegt sein: geputzt, ohne Kratzer, mit neuen Sohlen und Absätzen. Abgelaufene oder schmutzige Schuhe ruinieren jedes Outfit. Eine Woche vor der Hochzeit sollte man die Schuhe einlaufen, um Blasen zu vermeiden.

Gürtel und Socken

Der Gürtel muss zu den Schuhen passen: Schwarze Schuhe verlangen schwarzen Gürtel, braune Schuhe braunen Gürtel.4 Die Schnalle sollte schlicht und nicht zu groß sein – eine einfache rechteckige oder ovale Schnalle in Silber oder Gold ist ideal.

Socken sind ein oft unterschätztes Detail. Schwarze oder dunkelblaue Socken passen zu dunklen Anzügen, bei hellen Sommeranzügen funktionieren auch helle Socken. Die Grundregel: Die Socken sollten lang genug sein, dass beim Sitzen keine nackte Wade sichtbar wird. Weiße Sportsocken sind ein absolutes No-Go.

Manche Männer tragen zu Loafers keine sichtbaren Socken – dann braucht man unsichtbare Footies, um Schweißbildung zu vermeiden. Komplett ohne Socken sollte man nur bei sehr informellen Outdoor-Hochzeiten erscheinen.

Uhr, Einstecktuch, Manschettenknöpfe

Eine klassische Armbanduhr wertet jedes Outfit auf. Lederarmband in Braun oder Schwarz passt zu formellen Anlässen besser als Metallarmbänder (außer bei sehr edlen Uhren).4 Die Uhr sollte schlicht sein – große Sportuhren wirken bei Hochzeiten fehl am Platz.

Das Einstecktuch bringt Farbe und Persönlichkeit ins Spiel. Es sollte zur Krawatte harmonieren, aber nicht exakt matchen – das wirkt zu abgestimmt. Ein weißes Leineneinstecktuch ist der sichere Klassiker, farbige Seidentücher sind die moderne Wahl. Die Falttechnik: locker und natürlich, nicht zu perfekt.

Manschettenknöpfe funktionieren nur mit Hemden mit Umschlagmanschetten (French Cuffs). Sie sollten dezent sein – schlichte Silber- oder Goldmanschettenknöpfe sind stilvoller als auffällige Designerstücke. Manschettenknöpfe sind ein schönes Detail, aber kein Muss.

Die Alternative zum Anzug

Stoffhose plus Sakko

Wenn ein kompletter Anzug zu formell wirkt, ist die Kombination aus Stoffhose und Sakko die elegante Alternative.2 Wichtig: Hose und Sakko sollten in unterschiedlichen Farben sein, sonst wirkt es wie ein schlecht zusammenpassender Anzug.

Klassische Kombinationen: Navy-Blazer mit grauer oder beiger Stoffhose, graues Sakko mit dunkler Anzughose, oder hellblaues Sakko mit weißer oder cremefarbener Hose (nur Sommer). Diese Kombination funktioniert bei Smart Casual Dresscode, Sommerhochzeiten oder sehr legeren Feiern.

Der Vorteil: Man kann Hose und Sakko später einzeln mit anderen Teilen kombinieren und hat so mehr Outfits im Schrank. Der Nachteil: Die Kombi erfordert mehr Stilsicherheit als ein abgestimmter Anzug.

Chino plus Blazer

Für sehr legere Hochzeiten oder Outdoor-Feiern kann eine hochwertige Chino mit Blazer funktionieren. Die Chino sollte perfekt sitzen, gebügelt sein und in einer eleganten Farbe wie Navy, Beige oder Grau gehalten sein. Der Blazer kann strukturiert sein (z.B. aus Leinen oder mit Fischgrätmuster).

Diese Kombination ist die Grenze zum Casual – nur bei explizit legerem Dresscode oder sehr informellen Feiern akzeptabel. Mit Lederschuhen und einem hochwertigen Hemd wirkt sie trotzdem respektvoll und festlich.

Wann die Alternative akzeptabel ist

Die Alternative zum Anzug funktioniert nur, wenn der Dresscode es zulässt. Bei "Smart Casual", "leger" oder "Gartenparty" ist Stoffhose plus Sakko völlig in Ordnung. Bei formellen Hochzeiten, kirchlichen Trauungen oder Black Tie ist die Alternative tabu – hier muss es der komplette Anzug oder Smoking sein.

Im Zweifel: Lieber den Anzug tragen. Man kann Krawatte und Sakko immer ablegen und den Look lockern, aber eine Chino lässt sich nicht in einen Anzug verwandeln.

No-Gos: Was Männer vermeiden sollten

Kleidungsstücke, die nicht zur Hochzeit gehören

Jeans haben bei Hochzeiten nichts zu suchen, auch nicht dunkle Designer-Jeans mit Blazer.1 Sneaker, selbst hochwertige weiße Ledersneaker, wirken zu lässig. T-Shirts unter dem Sakko – ein häufiger Fehler – lassen jedes Outfit billig wirken. Ein Hemd ist das Minimum.

Weiße Socken sind ein Stilbruch, der sofort auffällt. Sportbekleidung jeder Art (Polo-Shirts, Trainingsjacken, Laufschuhe) gehört nicht zur Hochzeit. Zu enge oder zu weite Anzüge wirken unprofessionell – die Passform muss stimmen.

Caps, Baseball-Mützen oder andere Kopfbedeckungen sind tabu, außer bei religiösen Anlässen, wo sie erforderlich sind. Sonnenbrille während der Zeremonie aufzubehalten ist respektlos – draußen beim Cocktail ist sie in Ordnung.

Stilfehler beim Anzug

Ein zu kurzes Sakko, das den Po nicht bedeckt, wirkt billig. Hosenbeine, die zu kurz sind und die Socken zeigen, sehen ungepflegt aus. Ärmel, aus denen kein Hemdärmel hervorschaut, signalisieren schlechten Sitz.

Die Sakko-Knöpfe falsch zu schließen ist ein häufiger Fehler: Bei einem Zwei-Knopf-Sakko schließt man nur den oberen Knopf, bei einem Drei-Knopf-Sakko die oberen beiden. Der unterste Knopf bleibt immer offen. Im Sitzen öffnet man alle Knöpfe.

Zu viele Accessoires überladen den Look: Einstecktuch, auffällige Uhr, Manschettenknöpfe, Krawattennadel und Ansteckblume gleichzeitig sind zu viel. Weniger ist mehr – zwei bis drei Accessoires reichen.

Auffälliger als der Bräutigam

Der größte Fauxpas ist es, dem Bräutigam die Show zu stehlen. Ein teurerer, auffälligerer oder extravaganterer Anzug als der des Bräutigams ist respektlos.1 Helle Anzüge in Weiß, Creme oder hellem Beige sind dem Bräutigam vorbehalten – Gäste wählen dunklere oder gedecktere Töne.

Auch bei Accessoires gilt: Der Bräutigam und seine Trauzeugen haben oft abgestimmte Details wie farbige Krawatten, Ansteckblumen oder Einstecktücher. Als Gast sollte man nicht exakt die gleichen Farben oder Muster tragen.

Die goldene Regel: Elegant und festlich, aber zurückhaltend. Die Hochzeit gehört dem Brautpaar, nicht den Gästen.

Regionale Unterschiede in der DACH-Region

Deutschland: Klassisch und formell

In Deutschland dominiert der klassische Anzug bei Hochzeiten.1 Die Deutschen legen Wert auf korrekte Kleidung und formelle Standards. Dunkelblau, Anthrazit und Grau sind die bevorzugten Farben, Krawatte ist bei den meisten Hochzeiten Standard.

Regionale Unterschiede gibt es kaum – von Bayern bis Schleswig-Holstein gilt ähnlicher Stil. Lediglich bei Landhochzeiten in Bayern oder Baden-Württemberg sieht man gelegentlich Trachten, aber als Gast aus anderen Regionen muss man keine Tracht tragen.

Deutsche Hochzeiten sind oft gut organisiert mit klarem Ablauf. Wenn ein Dresscode angegeben ist, wird er ernst genommen. Im Zweifel kleidet man sich eher zu formell als zu leger.

Österreich: Tracht als Option

In Österreich, besonders in ländlichen Regionen, ist Tracht bei Hochzeiten eine akzeptierte Alternative zum Anzug. Ein stilechter Trachtenanzug oder eine Lederhose mit Trachtenhemd ist bei Landhochzeiten, Almhochzeiten oder traditionellen Feiern völlig in Ordnung.

Als Gast, der keine Tracht besitzt, kann man trotzdem im Anzug erscheinen – niemand wird das übel nehmen. Tracht zu tragen, ohne Bezug zur Region oder zum Brautpaar zu haben, kann aber auch affektiert wirken. Im städtischen Wien dominiert ebenfalls der klassische Anzug.

Schweiz: Tendenziell formeller

Schweizer Hochzeiten sind oft sehr formell, besonders in städtischen Regionen wie Zürich oder Genf. Der Anzug ist hier noch stärker Standard als in Deutschland, Krawatte ist häufiger gesetzt.4 Die Schweizer legen Wert auf Qualität und zurückhaltende Eleganz.

Bei Berghochzeiten oder Feiern in Chalets kann der Dresscode etwas legerer sein, aber "leger" bedeutet in der Schweiz immer noch gehobenes Smart Casual. Die Einladung gibt meist klare Hinweise – wenn in Zweifel, lieber formell erscheinen.

Zusammenfassung: Der perfekte Hochzeitslook

Der ideale Hochzeitslook für Männer ist ein gut sitzender dunkler Anzug in Dunkelblau, Anthrazit oder Grau, kombiniert mit weißem oder hellblauem Hemd und passender Krawatte.1 Die Schuhe sind gepflegte Lederschuhe in Schwarz oder Braun, Gürtel und Socken passen farblich dazu. Ein dezentes Einstecktuch bringt Persönlichlichkeit ins Spiel, eine klassische Uhr rundet den Look ab.

Je nach Anlass variiert man: Sommerhochzeiten erlauben helle Farben und leichte Stoffe, man kann auf die Krawatte verzichten. Winterhochzeiten verlangen dunkle Farben und wärmere Materialien. Smart Casual bedeutet Stoffhose plus Sakko ohne Krawatte, Black Tie verlangt nach Smoking.

Die wichtigste Regel: Die Passform muss perfekt sein. Ein günstiger Anzug, der perfekt sitzt und vom Schneider angepasst wurde, schlägt jeden teuren Designer-Anzug von der Stange. Investiere in gute Schuhe, ein hochwertiges Hemd und eine professionelle Anpassung – das macht den Unterschied zwischen „ordentlich angezogen" und „wirklich gut gekleidet".

Quellen und Referenzen

Footnotes

  1. Engbers, Hochzeits-Outfits 2025: Stilvolle Anzüge für Herren, 2024. https://www.engbers.com/blog/hochzeits-outfits/ 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13

  2. WeddingStyle, Hochzeitsanzug 2025: Die besten Anzüge für den schönsten Tag, 2024. https://www.weddingstyle.de/hochzeitsanzug/ 2 3 4 5

  3. Statista/Wedding Report Deutschland, Durchschnittliche Ausgaben Bräutigam und Gäste, 2025. 2 3

  4. Outfittery Magazine, Dresscode: Was Mann wissen muss, 2024. https://magazine.outfittery.de/dresscode-was-mann-wissen-muss 2 3 4 5 6 7 8 9

  5. Hochzeitsportal24, Fliege oder Krawatte zur Hochzeit: Was passt wann?, 2024. https://www.hochzeitsportal24.de/blog/hosentraeger-fliege-krawatte-hochzeit/ 2 3

Questions fréquentes

Muss man zur Hochzeit einen Anzug tragen?
Bei formellen Hochzeiten ist ein Anzug Standard. Bei legeren Feiern wie Gartenpartys oder Strandhochzeiten reicht eine elegante Stoffhose mit Hemd und optional Sakko. Der Dresscode auf der Einladung gibt Orientierung.
Welche Farbe Anzug zur Hochzeit?
Dunkelblau, Anthrazit und Grau sind die klassischen Hochzeitsanzug-Farben. Schwarz eignet sich für sehr formelle Abendveranstaltungen. Im Sommer sind auch helle Töne wie Beige oder Hellgrau passend.
Ist eine Krawatte bei der Hochzeit Pflicht?
Krawatte ist bei formellen Hochzeiten, kirchlichen Trauungen und Abendveranstaltungen üblich. Bei Sommerhochzeiten und Smart Casual Dresscode kann man darauf verzichten. Die Einladung gibt meist Hinweise.
Was zieht ein Mann zur Sommerhochzeit an?
Leichte Stoffe wie Leinen oder Baumwollmischungen in helleren Farben. Kombinationen aus Stoffhose und Sakko sind möglich, auf Krawatte kann verzichtet werden. Loafer statt schwere Schnürschuhe ergänzen das Outfit.
Welche Schuhe trägt man als Mann zur Hochzeit?
Oxford- oder Derby-Schuhe in Schwarz oder Braun sind die klassische Wahl. Bei Smart Casual sind auch hochwertige Loafer passend. Die Schuhe sollten zum Gürtel farblich passen und unbedingt gepflegt sein.
Wie viel kostet ein guter Hochzeitsanzug?
Qualitätsanzüge kosten zwischen 350-800 Euro. Einsteigermodelle gibt es ab 100-300 Euro, Maßanzüge ab 800-1500 Euro. Designer-Anzüge beginnen bei 1500 Euro aufwärts. Wichtiger als der Preis ist die perfekte Passform.
Darf man als Gast Schwarz tragen?
Schwarze Anzüge sind bei Abendveranstaltungen und sehr formellen Hochzeiten passend. Tagsüber wirken dunkelblau oder anthrazit festlicher. Ganz Schwarz sollte vermieden werden, um nicht mit Trauerkleidung verwechselt zu werden.
Was ist Smart Casual bei einer Hochzeit?
Smart Casual bedeutet elegante Stoffhose oder Chino kombiniert mit Hemd und optional Sakko. Krawatte ist nicht erforderlich. Gepflegte Lederschuhe sind Pflicht, Jeans und Sneaker bleiben tabu.

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