Verlobungsring nach Hochzeit: Wie tragen?

Nach der Hochzeit trägt man den Verlobungsring meist an der linken Hand oder zusammen mit dem Ehering an der rechten. Es gibt keine festen Regeln.

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Kevin HA
Kevin HA

In Deutschland tragen die meisten Frauen ihren Verlobungsring nach der Hochzeit weiterhin täglich, entweder allein auf der linken Hand oder kombiniert mit dem Ehering auf der rechten Hand1. Die Tradition, beide Ringe zusammen zu tragen, stammt aus dem 19. Jahrhundert und erlebt aktuell durch den Ring-Stacking-Trend eine Renaissance.

TL;DR - Verlobungsring nach der Hochzeit tragen

Nach der Hochzeit gibt es vier Hauptoptionen für den Verlobungsring: auf der linken Hand belassen (klassische deutsche Tradition), zusammen mit dem Ehering auf der rechten Hand stapeln (Ring Stacking), zu anderem Schmuck umarbeiten lassen oder als Erbstück aufbewahren. In Deutschland trägt man traditionell den Verlobungsring links und den Ehering rechts, aber diese Regel ist nicht bindend2. Ring Stacking, bei dem beide Ringe an einer Hand kombiniert werden, ist 2025 besonders beliebt und ermöglicht individuelle Gestaltung. Die Entscheidung hängt von persönlichen Vorlieben, der Ringkompatibilität und dem Lebensstil ab.

Die vier Hauptoptionen im Vergleich

OptionVorteileNachteileKosten
Linke Hand (getrennt)Klassische Tradition, beide Ringe sichtbar, kein AnpassungsbedarfZwei Hände "belegt", weniger Platz für weiteren Schmuck0 Euro
Rechte Hand (Stacking)Moderne Optik, symbolische Einheit, Ring-Stacking-TrendEventuell Größenanpassung nötig, nicht bei allen Designs möglich0-75 Euro (Anpassung)
Umarbeiten lassenNeuer Schmuck entsteht, Gold wird weiterverwendet, individuelle LösungOriginalring geht verloren, Umbaukosten150-600 Euro
AufbewahrenRing bleibt erhalten, kein Verlustrisiko, Weitergabe möglichRing wird nicht getragen, emotionale Bedeutung geht verloren0 Euro

Linke Hand: Der klassische Weg

Der Verlobungsring bleibt nach der Hochzeit auf der linken Hand am Ringfinger, während der Ehering die rechte Hand schmückt2. Diese Variante entspricht der traditionellen deutschen Praxis und hat ihre Wurzeln in der römischen Antike: Man glaubte, dass eine Vene (die "Vena Amoris") direkt vom linken Ringfinger zum Herzen führt. Viele deutsche Paare entscheiden sich für diese getrennte Trageweise.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Beide Ringe kommen voll zur Geltung, unabhängig von ihrem Design. Besonders wenn Verlobungsring und Ehering stilistisch sehr unterschiedlich sind, wirkt die separate Platzierung harmonischer. Linkshänderinnen bevorzugen oft diese Lösung, da der Ehering an der aktiveren rechten Hand stärker beansprucht würde.

Ein praktischer Aspekt ist die gleichmäßige Gewichtsverteilung. Wer beruflich viel mit den Händen arbeitet, empfindet zwei schwere Ringe an einer Hand manchmal als störend. Die klassische Aufteilung bietet hier mehr Tragekomfort und reduziert das Risiko von Beschädigungen durch einseitige Belastung.

Rechte Hand mit Ehering: Ring Stacking als Trend

Ring Stacking bezeichnet das bewusste Kombinieren mehrerer Ringe an einem Finger und gehört 2025 zu den beliebtesten Schmucktrends3. Beim klassischen Hochzeits-Stacking trägt man zuerst den Ehering am Ringfinger der rechten Hand, darüber folgt der Verlobungsring. Diese Reihenfolge symbolisiert, dass der Ehering näher am Herzen liegt.

Der Trend kam ursprünglich aus den USA und Großbritannien, wo Verlobungs- und Ehering traditionell beide an der linken Hand getragen werden. Deutsche Paare adaptieren das Konzept für die rechte Hand. Wichtig ist dabei die harmonische Abstimmung: Beide Ringe sollten in Metall und Stil zueinander passen. Weißgold harmoniert beispielsweise gut mit Silber und funkelnden Steinen, Gelbgold passt zu silberfarbenen Akzenten3.

Für perfektes Ring Stacking empfehlen Juweliere folgende Kombinationen: schmale Eheringe mit auffälligeren Verlobungsringen, abwechselnd Ringe mit und ohne Steine, Mix aus matten und polierten Oberflächen. Als Faustregel gelten 5-8 Ringe an einer Hand als harmonisch, ohne überladen zu wirken3. Viele Paare kaufen heute bereits beim Verlobungsring den passenden Ehering mit, um optimale Kompatibilität zu gewährleisten.

Ein technischer Aspekt: Manchmal muss der Verlobungsring leicht verkleinert werden, wenn er vom linken auf den rechten Ringfinger wechselt. Die Kosten dafür beginnen ab 30 Euro, viele Juweliere bieten diese Anpassung am Kaufort kostenlos an4.

Umarbeiten lassen: Neues Leben für den Verlobungsring

Wenn Verlobungsring und Ehering designtechnisch nicht harmonieren oder der Verlobungsring im Alltag stört, bietet sich eine Umarbeitung an. Der Goldschmied kann den Ring in verschiedene Schmuckstücke verwandeln: Anhänger für eine Halskette, einzelner Ohrring, Charm-Armband oder sogar Integration der Steine in den Ehering.

Die Kosten variieren je nach Aufwand zwischen 150 und 600 Euro. Eine Ringverkleinerung oder -vergrößerung ist günstiger: Das Dehnen kostet 20-30 Euro, das Einsetzen zusätzlichen Materials 60-75 Euro4. Ringe mit Steinfassung oder aus speziellen Materialien wie Titan können komplizierter zu bearbeiten sein und höhere Kosten verursachen.

Beliebte Umarbeitungen sind Memoire-Ringe, bei denen die Diamanten des Verlobungsrings in einen neuen Eternity-Ring eingearbeitet werden. Manche Paare lassen auch beide Ringe zu einem einzigen, aufwendigeren Ehering verschmelzen. Der Vorteil: Das wertvolle Gold bleibt erhalten, die Investition geht nicht verloren.

Wichtig zu wissen: Die Umarbeitung ist endgültig. Der Originalring kann nicht wiederhergestellt werden. Deshalb sollte diese Entscheidung gut überlegt sein, besonders wenn der Ring sentimentalen Wert hat oder als Erbstück weitergegeben werden soll.

Aufbewahren: Der Verlobungsring als Erbstück

Manche Paare entscheiden sich bewusst dagegen, den Verlobungsring dauerhaft zu tragen. Der Ring wird stattdessen sicher aufbewahrt und nur zu besonderen Anlässen getragen: Jubiläen, Hochzeitstage oder festliche Events. Diese Option schützt den Ring vor Alltagsabnutzung und Verlustrisiko.

Professionelle Aufbewahrung bedeutet: trockener Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung, idealerweise in einem gepolsterten Schmuckkästchen mit separaten Fächern. Silber- und goldhaltige Ringe sollten getrennt von anderen Metallen gelagert werden, da sie sich gegenseitig verkratzen können. Viele Juweliere bieten auch Schließfächer für besonders wertvolle Stücke an.

Ein wichtiger Aspekt ist die Versicherung: Hausratversicherungen decken Schmuck oft nur bis 20-30 Prozent der Versicherungssumme ab. Für hochwertige Verlobungsringe empfiehlt sich eine separate Schmuckversicherung, die Diebstahl, Verlust und Beschädigung abdeckt. Die jährlichen Kosten liegen bei etwa 0,5-1 Prozent des Ringewerts.

Die Aufbewahrung als Erbstück hat auch eine emotionale Dimension: Der Ring kann später an Kinder oder Enkelkinder weitergegeben werden. Besonders Ringe mit historischem Hintergrund, etwa Erbstücke der eigenen Familie, gewinnen durch diese Tradition zusätzliche Bedeutung. Seit Erzherzog Maximilian I. von Habsburg 1477 seiner Braut einen Diamantring schenkte, gilt der Verlobungsring als Symbol generationsübergreifender Liebe5.

Variationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Innerhalb des deutschsprachigen Raums gibt es interessante regionale Unterschiede bei der Ringtrageweise. In Deutschland und Österreich gilt dieselbe Tradition: Verlobungsring links, Ehering rechts. Diese Praxis ist seit dem Mittelalter etabliert und basiert auf der Vorstellung der "Herzvene" am linken Ringfinger5.

Die Schweiz macht es genau umgekehrt: Dort trägt man den Verlobungsring an der rechten Hand und den Ehering an der linken. Auch die Niederlande folgen diesem Muster. Diese Unterschiede haben historische Wurzeln in verschiedenen kirchlichen Traditionen und regionalen Bräuchen.

Interessant ist auch der Blick nach Polen und in die Ukraine: Dort wird der Verlobungsring traditionell bereits vor der Hochzeit rechts getragen. In südeuropäischen Ländern wie Italien und Spanien wechselt der Ring nach der Hochzeit von rechts nach links.

Wichtig zu betonen: In allen DACH-Ländern gibt es heute keine bindenden Regeln mehr5. Moderne Paare entscheiden individuell, welche Trageweise zu ihnen passt. Kulturelle Diversität, internationale Ehen und persönliche Vorlieben haben die strikten Traditionen aufgeweicht. Entscheidend ist nicht die Hand, sondern die symbolische Bedeutung der Ringe als Zeichen ewiger Liebe und Verbundenheit.

Praktische Tipps für die Entscheidung

Die Wahl der Trageweise hängt von mehreren Faktoren ab. Berufliche Aspekte spielen eine wichtige Rolle: Wer im Gesundheitswesen, in der Gastronomie oder handwerklich arbeitet, bevorzugt oft die getrennte Trageweise, da zwei Ringe an einer Hand im Arbeitsalltag stören können. Bürotätige haben meist mehr Freiheit bei der Ringkombination.

Die Händigkeit ist ebenfalls relevant. Linkshänderinnen belasten die linke Hand stärker, weshalb viele den wertvolleren Verlobungsring lieber rechts tragen, wo er geschützter ist. Rechtshänderinnen empfinden manchmal das Gegenteil: Der Ring an der aktiven Hand fällt mehr auf und wird häufiger bewundert.

Design-Kompatibilität ist entscheidend für Ring Stacking. Beide Ringe sollten ähnliche Ringbreiten haben, maximal 2-3 Millimeter Unterschied. Bei der Metallwahl empfiehlt sich dieselbe Legierung, alternativ funktioniert auch der bewusste Mix verschiedener Goldtöne. Steine sollten sich nicht gegenseitig verdecken oder aneinander reiben.

Größenanpassungen sind oft nötig: Der Ringfinger der dominanten Hand ist meist 0,5-1 Größen dicker als der andere. Eine Anprobe beim Juwelier klärt, ob eine Anpassung erforderlich ist. Die meisten Juweliere bieten innerhalb der ersten 6-12 Monate nach Kauf kostenlose Größenänderungen an4.

Pflege und Wartung verlängern die Lebensdauer. Ringe sollten beim Sport, Putzen und Schlafen abgenommen werden. Eine professionelle Reinigung beim Juwelier zweimal jährlich kostet 15-30 Euro und erhält den Glanz. Besonders Weißgold benötigt alle 1-2 Jahre eine Rhodiumbeschichtung, um die helle Farbe zu bewahren.

Moderne Alternativen und kreative Lösungen

Neben den klassischen Optionen entwickeln sich innovative Trageweisen. Manche Frauen tragen den Verlobungsring an einer Kette um den Hals, besonders wenn berufliche Hygienevorschriften Fingerringe verbieten. Diese Lösung ist bei Ärztinnen, Krankenschwestern und in der Lebensmittelbranche beliebt.

Der "Cocktail-Ring"-Ansatz bedeutet, den Verlobungsring nur zu festlichen Anlässen zu tragen, während der schlichtere Ehering den Alltag begleitet. Das schützt aufwendige Designs mit großen Steinen vor Beschädigungen und gibt dem Verlobungsring einen besonderen Status für besondere Momente.

Ring-Rotation ist ein weiterer Trend: Verschiedene Ringe werden je nach Outfit, Anlass oder Stimmung kombiniert. Der Verlobungsring wird dabei Teil einer größeren Schmucksammlung und mit Freundschaftsringen, Erbstücken oder modernen Statement-Ringen kombiniert. Diese Freiheit entspricht dem Zeitgeist individueller Selbstexpression.

Technologische Entwicklungen bringen neue Möglichkeiten: Silikon-Ringe als "Sportvariante" für aktive Lebensabschnitte, während die wertvollen Originale sicher zu Hause bleiben. Manche Paare investieren in günstigere Duplikate ihrer Eheringe für Urlaube oder riskante Aktivitäten.

Die persönliche Entscheidung treffen

Letztlich gibt es keine richtige oder falsche Antwort auf die Frage, wie man den Verlobungsring nach der Hochzeit trägt. Die Entscheidung sollte gemeinsam als Paar getroffen werden und folgende Überlegungen einbeziehen: emotionale Bedeutung beider Ringe, praktische Alltagstauglichkeit, ästhetische Harmonie und Budget für eventuelle Anpassungen.

Ein guter Ansatz ist, verschiedene Varianten auszuprobieren. Viele Juweliere bieten Leih-Eheringe an, mit denen man zu Hause testen kann, wie sich verschiedene Kombinationen anfühlen. Nach der Hochzeit lässt sich die Trageweise jederzeit ändern, sollte die erste Wahl nicht passen.

Wichtig ist auch die Kommunikation mit dem Partner. Manche Männer haben klare Vorstellungen, wie ihre Partnerin die Ringe tragen sollte, andere überlassen die Entscheidung vollständig. Ein offenes Gespräch vor der Hochzeit verhindert spätere Enttäuschungen oder Missverständnisse.

Die Hochzeit markiert den Beginn eines neuen Lebensabschnitts, und die Art, wie die Ringe getragen werden, kann sich im Laufe der Jahre verändern. Junge Mütter entscheiden sich manchmal für Aufbewahrung, um das Verlustrisiko beim Wickeln zu minimieren. Im Rentenalter wird Ring Stacking wieder beliebter, wenn berufliche Einschränkungen wegfallen.

Quellen und Referenzen

Footnotes

  1. BREEDIA/verlobungsring.de, Verlobungsring nach der Hochzeit tragen, 2024. https://www.verlobungsring.de/informationen/verlobungsringe/verlobungsring-nach-der-hochzeit-tragen

  2. Trauringschmiede, An welcher Hand trägt man den Verlobungsring?, 2024. https://www.trauringschmiede.de/inspirationen/welcher-hand-tragt-man-den-verlobungsring/ 2

  3. JC-Trauringe, Ring Stacking: Der ultimative How-To-Guide, 2024. https://www.jc-trauringe.de/blog/ring-stacking-tipps-und-tricks-zum-neuen-trend 2 3

  4. Brautissimo, Ring verkleinern Kosten, 2024. https://brautissimo.de/vorbereitungen/ring-verkleinern-kosten.html 2 3

  5. AURONIA, Verlobungsring rechts oder links, 2024. https://www.auronia.de/ratgeber/verlobungsring-rechts-oder-links 2 3

Questions fréquentes

An welcher Hand trägt man den Verlobungsring nach der Hochzeit?
In Deutschland trägt man den Verlobungsring traditionell auf der linken Hand. Nach der Hochzeit kann er dort bleiben oder zur rechten Hand wechseln, wo er mit dem Ehering kombiniert wird. Es gibt keine bindende Regel.
Kann man Verlobungsring und Ehering zusammen tragen?
Ja, Ring Stacking ist sehr beliebt. Der Ehering wird dabei zuerst auf den Ringfinger gesteckt, der Verlobungsring darüber. Wichtig ist, dass beide Ringe harmonisch zusammenpassen.
Was kostet das Umarbeiten eines Verlobungsrings?
Die Kosten variieren je nach Aufwand: Ringverkleinerung ab 30 Euro, Ringvergrößerung 20-30 Euro (Dehnen) oder 60-75 Euro (mit Materialeinsatz). Viele Juweliere bieten kostenlose Anpassungen beim Kaufort an.
Wechselt der Verlobungsring automatisch die Hand nach der Hochzeit?
Nein, es gibt keine automatische Regel. Viele Frauen behalten den Verlobungsring links und tragen den Ehering rechts. Andere kombinieren beide Ringe an einer Hand. Die Entscheidung ist rein individuell.
Kann man den Verlobungsring als Ehering verwenden?
Ja, manche Paare nutzen den Verlobungsring direkt als Trauring bei der Zeremonie. Das schafft eine schöne symbolische Kontinuität und spart zusätzliche Kosten.
Was macht man mit dem Verlobungsring, wenn er nicht zum Ehering passt?
Es gibt drei Optionen: auf verschiedenen Händen tragen, zu anderem Schmuck umarbeiten lassen (Anhänger, Ohrring), oder als Erbstück aufbewahren. Ein Juwelier kann Designs auch anpassen.
Ist Ring Stacking noch modern in 2025?
Ja, Ring Stacking ist aktuell sehr gefragt. Der Trend kam aus den USA und Großbritannien und ermöglicht individuelle Kombinationen. 5-8 Ringe an einer Hand gelten als harmonisch.
Trägt man in Österreich den Verlobungsring anders als in Deutschland?
Nein, in Österreich gilt dieselbe Tradition wie in Deutschland: Verlobungsring links, Ehering rechts. In der Schweiz ist es umgekehrt (Verlobungsring rechts, Ehering links).
Sollte man den Verlobungsring versichern lassen?
Ja, besonders bei hochwertigen Ringen empfiehlt sich eine Schmuckversicherung. Viele Hausratversicherungen decken Schmuck nur bis 20-30 Prozent der Versicherungssumme ab.
Kann man den Verlobungsring dauerhaft tragen oder besser aufbewahren?
Beides ist möglich. Tägliches Tragen zeigt die emotionale Bedeutung, birgt aber Risiken (Beschädigung, Verlust). Viele tragen den Ring täglich und lassen ihn regelmäßig reinigen und prüfen.

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