Standesamtliche Hochzeit: Ablauf, Unterlagen, Kosten
Für die standesamtliche Hochzeit benötigen Sie Personalausweise, beglaubigte Geburtsurkunden und eine Aufenthaltsbescheinigung. Die Kosten liegen bei 40-100€ Grundgebühr.
Kevin HADie standesamtliche Hochzeit ist mit Kosten von 40-100€ Grundgebühr die einzige rechtlich gültige Form der Eheschließung in Deutschland. Sie dauert 15-30 Minuten und erfordert Personalausweise, beglaubigte Geburtsurkunden (nicht älter als 6 Monate) sowie eine erweiterte Meldebescheinigung. Die Anmeldung erfolgt frühestens 6 Monate vorher beim zuständigen Standesamt und bleibt 6 Monate gültig1. Ohne standesamtliche Trauung ist eine Ehe in Deutschland nicht rechtsgültig, selbst wenn eine kirchliche Zeremonie stattfindet.
Das Wichtigste in Kürze
Die standesamtliche Trauung bildet die rechtliche Grundlage Ihrer Ehe. Hier die wichtigsten Eckdaten auf einen Blick:
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Kosten | 40-100€ Grundgebühr, Samstag +50-200€, externe Location bis 300€ |
| Anmeldung | Frühestens 6 Monate vorher, ideal 3 Monate vor Wunschtermin |
| Gültigkeit | Anmeldung bleibt 6 Monate gültig |
| Dauer | 15-30 Minuten Zeremonie |
| Pflichtdokumente | Personalausweis, Geburtsurkunde (max. 6 Monate alt), Meldebescheinigung |
| Trauzeugen | Optional, bis zu 2 Personen |
| Mindestalter | 18 Jahre (Ausnahmen nur durch Familiengericht) |
| Namensänderung | Seit Mai 2024 auch gemeinsamer Doppelname möglich |
Die standesamtliche Hochzeit ist in Deutschland für alle Paare verpflichtend – unabhängig davon, ob zusätzlich eine kirchliche oder freie Trauung geplant ist. Seit 2017 dürfen auch gleichgeschlechtliche Paare standesamtlich heiraten.
Welche Unterlagen braucht man für die standesamtliche Hochzeit?
Sie benötigen drei Grunddokumente: gültigen Personalausweis oder Reisepass, eine beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister (nicht älter als 6 Monate) sowie eine erweiterte Meldebescheinigung nach Bundesmeldegesetz (nicht älter als 14 Tage)2. Die Geburtsurkunde erhalten Sie beim Standesamt Ihres Geburtsortes, die Meldebescheinigung bei Ihrem Einwohnermeldeamt.
Checkliste: Grunddokumente für alle
- Gültiger Personalausweis oder Reisepass (beide Partner)
- Beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister – maximal 6 Monate alt, erhältlich beim Standesamt des Geburtsortes
- Erweiterte Meldebescheinigung nach BMG – nicht älter als 14 Tage, enthält Familienstand, Staatsangehörigkeit, Religion und Wohnsitz
- Anmeldeformular – wird vom Standesamt bereitgestellt
Wichtig: Alle Dokumente müssen im Original vorliegen. Kopien werden nicht akzeptiert. Perforierte oder laminierte Urkunden sind ebenfalls ungültig.
Zusatzdokumente bei Sonderfällen
Bei Geschiedenen:
- Beglaubigte Abschrift aus dem Eheregister mit Auflösungsvermerk oder
- Eheurkunde plus rechtskräftiges Scheidungsurteil
Bei Verwitweten:
- Beglaubigte Abschrift aus dem Eheregister mit Auflösungsvermerk oder
- Eheurkunde plus Sterbeurkunde des verstorbenen Partners
Bei gemeinsamen Kindern:
- Beglaubigte Abschriften aus dem Geburtenregister aller gemeinsamen Kinder
Bei Geburt im Ausland:
- Internationale Geburtsurkunde oder
- Beglaubigte deutsche Übersetzung der ausländischen Geburtsurkunde
- Ggf. Apostille (je nach Herkunftsland)
Bei ausländischer Staatsangehörigkeit:
- Ehefähigkeitszeugnis aus dem Heimatland
- Übersetzte und beglaubigte Dokumente
- Ggf. Nachweise über Aufenthaltsstatus in Deutschland
Die genauen Anforderungen bei ausländischer Beteiligung variieren stark je nach Herkunftsland. Vereinbaren Sie frühzeitig einen Beratungstermin mit Ihrem Standesamt, um die vollständige Dokumentenliste zu erhalten.
Mehr Details finden Sie in unserem ausführlichen Guide zu den benötigten Unterlagen für die standesamtliche Hochzeit.
Wie läuft die standesamtliche Trauung ab?
Die Zeremonie dauert 15-30 Minuten und folgt einem festgelegten Ablauf: Begrüßung durch den Standesbeamten, Verlesung der Personalien, individuelle Ansprache, Ja-Wort beider Partner, Verkündung der Eheschließung, optionaler Ringtausch, Verlesung des Protokolls und Unterzeichnung der Eheurkunde3. Anschließend gratuliert der Standesbeamte dem frisch vermählten Paar. Viele Standesämter erlauben dabei persönliche Gestaltungselemente wie eigene Musikwünsche oder individuelle Gelübde.
Schritt-für-Schritt: Der genaue Ablauf
-
Begrüßung (2-3 Minuten)
- Empfang des Brautpaares durch den Standesbeamten
- Platznehmen im Trausaal
- Überprüfung der Anwesenheit von Trauzeugen (falls vorhanden)
-
Feststellung der Personalien (2-3 Minuten)
- Kontrolle der Personalausweise
- Bestätigung der Identität beider Partner
- Überprüfung der Trauzeugen-Personalien
-
Eröffnungsrede (3-5 Minuten)
- Persönliche Worte des Standesbeamten
- Erläuterung der Bedeutung der Ehe
- Optional: Individuell vorbereitete Ansprache zum Paar
-
Die Traufragen (2-3 Minuten)
- Einzelne Befragung beider Partner: "Sind Sie bereit, die Ehe miteinander einzugehen?"
- Deutliches "Ja" beider Partner erforderlich
- Verkündung der Eheschließung durch den Standesbeamten
-
Ringtausch (2-3 Minuten)
- Optional, aber sehr üblich
- Eigene Worte beim Ringtausch möglich
- Erster Kuss als Ehepaar
-
Verlesung des Protokolls (3-5 Minuten)
- Vorlesung der wesentlichen Daten der Eheschließung
- Information über Namensführung
- Rechtsbelehrung zu den Rechten und Pflichten
-
Unterzeichnung (2-3 Minuten)
- Unterschrift beider Ehepartner
- Unterschrift der Trauzeugen (falls vorhanden)
- Unterschrift des Standesbeamten
-
Gratulation und Übergabe der Eheurkunde
- Glückwünsche des Standesbeamten
- Aushändigung der ersten Eheurkunde
- Gelegenheit für Gratulationsfotos
Personalisierungsmöglichkeiten
Viele Standesämter bieten mittlerweile Spielraum für individuelle Gestaltung:
- Eigene Musikwünsche (Einzug, während der Zeremonie, Auszug)
- Persönliche Gelübde zusätzlich zum offiziellen Ja-Wort
- Lesungen durch Familienmitglieder oder Freunde
- Wahl des Trausaals (bei mehreren verfügbaren Räumen)
- Zeitpunkt (reguläre Öffnungszeiten oder gegen Aufpreis außerhalb)
Wichtig: Die Möglichkeiten variieren stark zwischen verschiedenen Standesämtern. Informieren Sie sich frühzeitig über die Optionen an Ihrem Wunsch-Standesamt.
Einen detaillierten Überblick über den kompletten Ablauf finden Sie in unserem Ratgeber zum Ablauf der standesamtlichen Hochzeit.
Was muss man zur standesamtlichen Trauung mitbringen?
Zur Trauung selbst bringen Sie nur Ihre Personalausweise oder Reisepässe mit – alle anderen Dokumente wurden bereits bei der Anmeldung eingereicht. Optional können Sie Eheringe mitbringen, wenn Sie diese während der Zeremonie tauschen möchten. Falls Sie Trauzeugen benannt haben, müssen auch diese ihre Ausweisdokumente dabeihaben, da sie die Eheschließung per Unterschrift bestätigen4.
Pflicht-Checkliste für den Trauungstermin
- Personalausweise oder Reisepässe beider Partner
- Personalausweise der Trauzeugen (falls vorhanden)
- Vorausbezahlter Gebührenbescheid oder Bargeld/EC-Karte für die Bezahlung vor Ort
Optional, aber empfohlen
- Eheringe für den Ringtausch (falls gewünscht)
- Taschentücher für emotionale Momente
- Ringkissen oder Ringbox
- Liste der Gäste (falls Platzbeschränkungen im Trausaal gelten)
- USB-Stick mit Musik (wenn eigene Musik erlaubt ist)
- Blumenstrauß für die Braut
- Ansteckblume für den Bräutigam
Wichtige Hinweise
Trauzeugen sind seit 1998 in Deutschland nicht mehr verpflichtend. Sie können die Eheschließung also auch ohne Trauzeugen vollziehen. Wenn Sie sich jedoch für Trauzeugen entscheiden, sind bis zu zwei Personen zulässig. Diese müssen mindestens 18 Jahre alt sein und einen gültigen Ausweis vorweisen.
Viele Standesämter haben Beschränkungen bei der Gästeanzahl im Trausaal. Klären Sie vorher ab, wie viele Personen Platz finden. Typischerweise sind 10-30 Gäste möglich, abhängig von der Größe des Saals.
Weitere praktische Tipps finden Sie in unserem Guide darüber, was Sie zur standesamtlichen Hochzeit mitbringen sollten.
Was kostet die standesamtliche Hochzeit?
Die Grundgebühr für eine standesamtliche Trauung beträgt 40-100€, abhängig von Bundesland und Stadt. Samstags-Trauungen kosten 70-200€ durch Wochenendzuschläge. Für Trauungen außerhalb der Öffnungszeiten fallen zusätzlich etwa 70-300€ an. Die erste Eheurkunde kostet 10-20€, jede weitere 6-8€5. Bei ausländischer Beteiligung erhöht sich die Anmeldegebühr um 20-30€ pro ausländischem Partner.
Kostenübersicht 2025
| Leistung | Kosten |
|---|---|
| Anmeldung zur Eheschließung | 40-60€ |
| Durchführung der Trauung | 40-100€ (werktags) |
| Erste Eheurkunde | 10-20€ |
| Weitere Eheurkunden | 6-8€ pro Stück |
| Internationale Eheurkunde | 15€ |
| Samstags-Zuschlag | +50-200€ |
| Trauung außerhalb Öffnungszeiten | +70-300€ |
| Externe Location | +100-300€ Gebühr |
| Bei ausländischer Beteiligung | +20-30€ Aufschlag |
| Beglaubigte Abschrift Geburtenregister | 10-15€ |
| Erweiterte Meldebescheinigung | 5-10€ |
Regionale Unterschiede
Die Kosten variieren erheblich zwischen den Bundesländern und Städten:
Berlin: Die Anmeldung kostet etwa 50€, die Trauung 65€. Erste Eheurkunde 12€, jede weitere 6€ bei gleichzeitiger Ausstellung.
Bremen: Eheurkunde 15€, jede weitere gleiche 8€. Internationale Heiratsurkunde 15€.
München: Höhere Gebühren in Großstädten – Anmeldung bis 90€, Trauung bis 100€.
Leipzig: Moderate Gebühren im mittleren Bundesschnitt von 40-60€.
Zusatzkosten für besondere Wünsche
Trauung an besonderen Orten: Viele Standesämter bieten Trauungen an externen Locations an (Schlösser, Schiffe, Parks, historische Gebäude). Kosten dafür:
- Standesamt-Gebühr für externe Trauung: 100-300€
- Miete der Location: 200-2000€ (sehr unterschiedlich)
- Beispiel: Trauung auf Schiff in Duisburg ca. 1.300-1.500€ gesamt
Trauung zu besonderen Zeiten:
- Samstag: häufigster Hochzeitstag, daher +50-200€ Aufschlag
- Außerhalb der Öffnungszeiten (abends, früh morgens): +70-300€
- Feiertage: teilweise gar nicht möglich oder mit sehr hohen Zuschlägen
Bei internationalen Ehen: Wenn ein Partner keine deutsche Staatsangehörigkeit hat oder im Ausland geboren wurde, erhöht sich der Prüfungsaufwand:
- +20-30€ Aufschlag pro ausländischem Partner
- Übersetzungen beglaubigter Dokumente: 50-150€ pro Dokument
- Apostille (je nach Herkunftsland): 20-50€
Gesamtkosten: Beispielrechnungen
Standard-Hochzeit (werktags, beide deutsch):
- Anmeldung: 50€
- Trauung: 65€
- 2 Eheurkunden: 18€
- Gesamt: 133€
Samstags-Hochzeit mit besonderem Trausaal:
- Anmeldung: 50€
- Trauung: 100€
- Samstags-Zuschlag: 100€
- 3 Eheurkunden: 26€
- Gesamt: 276€
Hochzeit mit ausländischem Partner:
- Anmeldung: 60€
- Auslandszuschlag: 30€
- Trauung: 65€
- Übersetzungen: 100€
- 2 Eheurkunden: 18€
- Gesamt: 273€
Die Kosten sind also stark vom individuellen Fall abhängig. Planen Sie zwischen 150€ (Minimum) und 500€ (mit Extras) ein. Eine detaillierte Kostenaufstellung finden Sie in unserem Spezial-Ratgeber zu den Kosten einer standesamtlichen Hochzeit.
Regionale Unterschiede im DACH-Raum
Deutschland, Österreich und die Schweiz haben unterschiedliche Systeme und Bezeichnungen für die zivile Eheschließung. In Deutschland heißt die zuständige Behörde "Standesamt", in Österreich ebenfalls "Standesamt" und in der Schweiz "Zivilstandsamt". Die Kosten reichen von 40€ in deutschen Kleinstädten bis zu 400 CHF (ca. 415€) in der Schweiz.
Deutschland: Bundesland-Unterschiede
Die 16 Bundesländer haben unterschiedliche Gebührenordnungen. Tendenziell sind die Kosten in Stadtstaaten (Berlin, Hamburg, Bremen) und Großstädten höher als in ländlichen Regionen.
Norddeutschland (Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen):
- Moderate Kosten: 50-80€ für die Trauung
- Viele historische Standesämter mit besonderem Ambiente
- Hamburg bietet Trauungen im Altonaer Rathaus, Schloss Bergedorf
Süddeutschland (Bayern, Baden-Württemberg):
- Etwas höhere Gebühren: 60-100€
- Striktere Handhabung bei Dokumenten
- München: gehobene Preisklasse, aber auch besondere Locations (Schloss Nymphenburg)
Ostdeutschland:
- Günstigere Grundgebühren: 40-70€
- Schnellere Terminvergabe in kleineren Städten
- Berlin als Ausnahme mit höheren Kosten
Westdeutschland (NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland):
- Mittleres Preisniveau: 50-90€
- Große Auswahl an Standesämtern in dicht besiedelten Regionen
- Köln, Düsseldorf: urbane Ambiente, höhere Kosten
Österreich: Standesamt-System
In Österreich wird die Eheschließung ebenfalls im Standesamt vollzogen. Die rechtlichen Anforderungen sind ähnlich wie in Deutschland, aber mit einigen Besonderheiten:
Kosten:
- Trauung: ca. 50-80€ Verwaltungsgebühr
- Eheurkunde: 15-25€
- Keine Unterschiede zwischen Wochentagen und Samstag in vielen Gemeinden
Besonderheiten:
- In Wien gibt es mehrere Standesämter zur Auswahl
- Möglichkeit der Trauung in Schlössern (z.B. Schloss Schönbrunn)
- Trauungsdokumente auch auf help.gv.at digital abrufbar
Dokumente:
- Geburtsurkunde
- Meldezettel (Meldenachweis)
- Staatsbürgerschaftsnachweis
- Bei Geschiedenen: Scheidungsdekret
Schweiz: Zivilstandsamt
Die Schweiz verwendet den Begriff "Zivilstandsamt" statt Standesamt. Die Kosten sind deutlich höher als in Deutschland und Österreich.
Kosten (in CHF, ca. Umrechnung zu EUR):
- Anmeldung zur Eheschließung: 200-300 CHF (ca. 208-312€)
- Trauung: 150-400 CHF (ca. 156-415€)
- Eheurkunde: 30-50 CHF (ca. 31-52€)
- Gesamt: 400-700 CHF (ca. 415-727€)
Besonderheiten:
- Vorbereitungsverfahren: 10 Tage Wartezeit nach Anmeldung
- Beide Partner müssen persönlich beim Zivilstandsamt erscheinen
- Trauung nur durch Zivilstandsbeamten, nicht durch Gemeindebeamte
- In größeren Städten (Zürich, Genf, Bern) höhere Kosten
Kantonsunterschiede:
- Zürich: höchste Gebühren, viele Standorte
- Genf: französischsprachig, EU-nahe Regelungen
- Tessin: italienischsprachig, etwas günstigere Tarife
Grenzüberschreitende Ehen im DACH-Raum
Wenn Partner aus verschiedenen DACH-Ländern heiraten:
- Anerkennung der Eheschließung in allen drei Ländern in der Regel problemlos
- Internationale Eheurkunde empfehlenswert (je nach Land 15-30€/CHF)
- Aufenthaltsgenehmigungen innerhalb des DACH-Raums meist vereinfacht
- Steuerliche Anerkennung der Ehe nach nationalem Recht des Wohnsitzlandes
Hochzeit anmelden: Fristen und Termine
Die Anmeldung zur Eheschließung ist frühestens 6 Monate vor dem Wunschtermin möglich und bleibt dann 6 Monate gültig. Idealerweise melden Sie sich mindestens 3 Monate vor Ihrem Wunschtermin an, um beliebte Termine (besonders Samstage im Mai, Juni und September) zu sichern6. Die Anmeldung dauert in der Regel weniger als eine Stunde und erfolgt persönlich bei einem Standesamt im Wohnbezirk eines Partners.
Zeitplan für die Anmeldung
6-12 Monate vorher:
- Wunschtermin und Standesamt überlegen
- Informieren, welche Dokumente benötigt werden (besonders wichtig bei Sonderfällen)
- Geburtsurkunden beim Geburtsstandesamt bestellen (können 2-4 Wochen dauern)
4-6 Monate vorher:
- Anmeldetermin beim Standesamt vereinbaren (online oder telefonisch)
- Alle Dokumente vollständig zusammenstellen
- Bei ausländischer Beteiligung: Beratungsgespräch vereinbaren
3 Monate vorher:
- Anmeldung durchführen
- Wunschtermin für die Trauung festlegen
- Gebühren bezahlen
1-2 Monate vorher:
- Ggf. noch fehlende Dokumente nachreichen
- Besondere Wünsche (Musik, Trauzeugen, Dekoration) mit Standesamt absprechen
- Outfit planen (mehr dazu: Outfit für die standesamtliche Hochzeit)
Wo kann man sich anmelden?
Sie können sich bei jedem Standesamt in Deutschland anmelden, in dessen Bezirk einer von Ihnen beiden seinen Haupt- oder Nebenwohnsitz hat. Nach erfolgreicher Anmeldung können Sie dann in jedem beliebigen deutschen Standesamt heiraten – nicht nur am Wohnort.
Beispiel:
- Sie wohnen in Hamburg, Ihr Partner in Berlin
- Sie können sich entweder in Hamburg ODER Berlin anmelden
- Nach der Anmeldung können Sie in Hamburg, Berlin oder auch München, am Bodensee oder auf Sylt heiraten
Beliebte Termine und Planungstipps
Besonders nachgefragte Termine:
- Samstage von Mai bis September
- "Schnapszahl-Daten" (z.B. 22.02.2025, 11.11.2025)
- Freitagnachmittage im Sommer
Für solche Termine sollten Sie 6-12 Monate im Voraus planen. Wochentags-Termine unter der Woche sind meist auch kurzfristiger verfügbar.
Tipp: Manche Standesämter bieten Online-Terminbuchungssysteme, wo Sie freie Termine direkt einsehen können. Nutzen Sie diese für eine realistische Planung.
Mehr zur Gesamtplanung Ihrer Hochzeit finden Sie in unserem umfassenden Ratgeber zum Thema Hochzeit planen.
Tipps für die standesamtliche Trauung
Klären Sie frühzeitig mit Ihrem Standesamt ab, welche Personalisierungen möglich sind – viele erlauben mittlerweile eigene Musik, Blumenschmuck und individuelle Gelübde. Buchen Sie einen professionellen Fotografen, da viele Standesämter nur begrenzte Fotomöglichkeiten während der Zeremonie zulassen. Kommen Sie 15 Minuten vor Termin, um entspannt anzukommen und letzte Details zu klären.
Dekoration im Standesamt
Die Möglichkeiten zur Dekoration variieren stark:
- Blumenschmuck: In den meisten Standesämtern erlaubt (Brautstrauß, Ansteckblume, ggf. kleines Gesteck)
- Tischdekoration: Oft nur minimale Dekoration erlaubt (Kerzen, Streudeko meist verboten wegen Brandschutz)
- Stuhlschleifen: In einigen Trausälen möglich
- Außendekoration: Meist nicht gestattet
- Eigene Deko-Elemente: Fragen Sie konkret nach (Ringkissen, Kerzen, etc.)
Wichtig: Bauen Sie Dekoration erst kurz vor der Zeremonie auf und räumen Sie direkt danach wieder ab. Viele Standesämter haben einen engen Zeitplan mit mehreren Trauungen pro Tag.
Musik während der Zeremonie
Typische Musikmomente:
- Einzug der Braut (z.B. Mendelssohn, Pachelbel, moderne Alternativen)
- Während des Ringtauschs (romantische Instrumentalmusik)
- Auszug des Brautpaars (fröhlich, festlich)
Technische Optionen:
- Eigene Musikwahl vom USB-Stick oder Smartphone (Bluetooth-Box)
- Live-Musik (Geige, Gesang, Gitarre) – wenn vom Standesamt erlaubt
- Musikwünsche vorher mit Standesbeamten absprechen
Nicht alle Standesämter verfügen über Soundsysteme. Klären Sie ab, ob Sie eigene Technik mitbringen müssen.
Fotos und Videos
Während der Zeremonie:
- Viele Standesämter haben Einschränkungen
- Professioneller Fotograf meist an bestimmte Position gebunden
- Gäste sollen oft nicht fotografieren (Handyverbot während Trauung)
- Blitzlicht meist verboten
Nach der Zeremonie:
- Gratulationsfotos im Trausaal möglich
- Fotos auf der Treppe, vor dem Standesamt
- Gruppenfotos mit allen Gästen
Tipp: Beauftragen Sie einen erfahrenen Hochzeitsfotografen, der die örtlichen Gegebenheiten und Regeln kennt.
Outfit-Wahl
Für die standesamtliche Trauung gibt es keine Kleiderordnung. Viele Paare wählen dennoch festliche Kleidung:
- Braut: Kurzes Brautkleid, elegantes Cocktailkleid, Hosenanzug, klassisches weißes Kleid
- Bräutigam: Anzug, Smoking (seltener), elegante Hose mit Hemd
- Jahreszeit beachten: Leichte Stoffe im Sommer, wärmere Materialien im Winter
- Schuhe: Bequeme Schuhe für den ganzen Tag
Detaillierte Outfit-Inspiration finden Sie in unserem Guide zum Outfit für die standesamtliche Hochzeit.
Gäste und Atmosphäre
Gästeanzahl:
- Klären Sie Kapazität des Trausaals (meist 10-50 Personen)
- Überlegen Sie, ob Sie eine intime Feier (nur Trauzeugen, Eltern) oder größere Gästeschar wünschen
- Bei Platzmangel: Empfang nach der Zeremonie für weitere Gäste organisieren
Emotionale Vorbereitung:
- Die Zeremonie ist oft emotionaler als erwartet – Taschentücher einpacken
- Kurze Rede oder Gelübde vorher aufschreiben und üben
- Mit Lampenfieber rechnen beim Ja-Wort
Nach der Trauung:
- Sektempfang organisieren (oft vor dem Standesamt möglich)
- Restaurant-Reservierung für Mittagessen/Abendessen
- Aktivitäten planen (Fotoshooting, Stadtbummel, direkt zur Feier)
Namensänderung
Seit Mai 2024 gibt es erweiterte Möglichkeiten bei der Namensführung:
- Beide behalten ihren Namen
- Ein Partner nimmt den Namen des anderen an
- Doppelname (einer oder beide Partner)
- Neu seit 2024: Beide Partner können den gleichen Doppelnamen annehmen
Die Namensänderung wird direkt bei der Anmeldung oder spätestens bei der Trauung festgelegt. Nach der Hochzeit müssen Sie verschiedene Stellen über die Namensänderung informieren – mehr dazu in unserem Ratgeber zu Namensänderung nach der Hochzeit.
FAQ zur standesamtlichen Hochzeit
Was braucht man für die standesamtliche Hochzeit?
Sie benötigen gültige Personalausweise, beglaubigte Geburtsurkunden (maximal 6 Monate alt), eine erweiterte Meldebescheinigung (nicht älter als 14 Tage) sowie bei Sonderfällen zusätzliche Dokumente wie Scheidungsurteil oder Sterbeurkunde. Die Geburtsurkunde erhalten Sie beim Standesamt Ihres Geburtsortes.
Wie läuft eine standesamtliche Hochzeit ab?
Die Zeremonie dauert 15-30 Minuten und umfasst: Begrüßung durch den Standesbeamten, Feststellung der Personalien, Ansprache, Traufragen mit Ja-Wort, Verkündung der Eheschließung, optionaler Ringtausch, Verlesung des Protokolls, Unterzeichnung der Eheurkunde und Gratulation. Viele Standesämter erlauben persönliche Gestaltungselemente wie eigene Musikwünsche.
Was kostet die standesamtliche Trauung?
Die Grundgebühr beträgt 40-100€ je nach Bundesland. Zusatzkosten entstehen für Samstags-Trauungen (+50-200€), Trauungen außerhalb der Öffnungszeiten (+70-300€), externe Locations (+100-300€) und bei ausländischer Beteiligung (+20-30€). Die erste Eheurkunde kostet 10-20€, jede weitere 6-8€.
Braucht man Trauzeugen beim Standesamt?
Nein, Trauzeugen sind seit 1998 in Deutschland nicht mehr verpflichtend. Sie können die standesamtliche Eheschließung auch ohne Trauzeugen vollziehen. Wenn Sie sich jedoch für Trauzeugen entscheiden, sind bis zu zwei Personen zulässig, die mindestens 18 Jahre alt sein und einen gültigen Ausweis vorlegen müssen.
Wie lange vorher muss man sich anmelden?
Die Anmeldung zur Eheschließung ist frühestens 6 Monate vor dem Wunschtermin möglich. Idealerweise sollten Sie sich mindestens 3 Monate vorher anmelden, um beliebte Termine zu sichern – besonders Samstage im Mai, Juni und September sind schnell ausgebucht. Die Anmeldung bleibt 6 Monate gültig.
Kann man im Standesamt eigene Musik spielen?
Ja, viele Standesämter erlauben eigene Musikwünsche für Einzug, Ringtausch und Auszug. Klären Sie vorher ab, ob das Standesamt über ein Soundsystem verfügt oder Sie eigene Technik (USB-Stick, Bluetooth-Box) mitbringen müssen. Live-Musik (Geige, Gesang) ist in einigen Standesämtern ebenfalls möglich, erfordert aber vorherige Genehmigung.
Darf man das Standesamt dekorieren?
Die Möglichkeiten zur Dekoration sind von Standesamt zu Standesamt sehr unterschiedlich. Die meisten erlauben Blumenschmuck (Brautstrauß, Ansteckblume, kleines Gesteck), aber nur wenige gestatten umfangreichere Dekoration wie Stuhlschleifen oder Tischdeko. Fragen Sie frühzeitig beim zuständigen Standesamt nach den konkreten Regelungen.
Was passiert nach der standesamtlichen Trauung?
Nach der Trauung erhalten Sie Ihre Eheurkunde und sind rechtlich verheiratet. Anschließend können Sie Ihren Namen ändern lassen, müssen Ihre Lohnsteuerklasse anpassen (automatisch zum nächsten Jahr) und sollten verschiedene Dokumente aktualisieren (Personalausweis, Pass, Versicherungen, Bankkonten). Details finden Sie im Ratgeber zur Namensänderung nach der Hochzeit.
Können Ausländer in Deutschland standesamtlich heiraten?
Ja, ausländische Staatsangehörige können in Deutschland standesamtlich heiraten. Zusätzlich zu den Standarddokumenten benötigen sie ein Ehefähigkeitszeugnis aus ihrem Heimatland, übersetzte und beglaubigte Geburtsurkunden sowie je nach Herkunftsland eine Apostille. Die genauen Anforderungen variieren stark – vereinbaren Sie frühzeitig ein Beratungsgespräch mit dem Standesamt.
Kann man ohne Feier nur standesamtlich heiraten?
Ja, eine standesamtliche Trauung ohne anschließende Feier ist problemlos möglich und wird immer beliebter. Viele Paare entscheiden sich bewusst für eine kleine, intime Zeremonie im engsten Familienkreis oder sogar zu zweit. Sie können danach direkt zu einem schönen Essen gehen oder die Hochzeit ganz privat feiern.
Quellen und Referenzen
Footnotes
-
Hochzeitsportal24 (2025). Eheschließung im Standesamt: Unterlagen, Tipps & Infos. https://www.hochzeitsportal24.de/ratgeber/anmeldung-eheschliessung-standesamt/ ↩
-
Service Berlin (2025). Eheschließung anmelden - ohne Auslandsbeteiligung. https://service.berlin.de/dienstleistung/318961/ ↩
-
Anwalt.org (2024). Standesamtliche Trauung: Dauer & Ablauf. https://www.anwalt.org/standesamtliche-trauung/ ↩
-
Hochzeit perfekt geplant (2024). Standesamt - Ablauf der Trauung. https://www.hochzeit-perfekt-geplant.de/artikel/standesamt-kirche/standesamt-ablauf.html ↩
-
Berlin.de (2025). Gebühren der Standesamter im Land Berlin. https://www.berlin.de/standesamt/gebuehren/ ↩
-
Weddyplace (2024). Kosten für die standesamtliche Trauung - damit müsst ihr rechnen. https://www.weddyplace.com/magazin/kosten-fuer-die-standesamtliche-trauung/ ↩
Häufig gestellte Fragen
Was braucht man für die standesamtliche Hochzeit?
Wie läuft eine standesamtliche Hochzeit ab?
Was kostet die standesamtliche Trauung?
Braucht man Trauzeugen beim Standesamt?
Wie lange vorher muss man sich anmelden?
Kann man im Standesamt eigene Musik spielen?
Darf man das Standesamt dekorieren?
Was passiert nach der standesamtlichen Trauung?
Können Ausländer in Deutschland standesamtlich heiraten?
Kann man ohne Feier nur standesamtlich heiraten?
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Für die standesamtliche Hochzeit benötigen Sie: Personalausweise, beglaubigte Geburtsurkunden (max. 6 Monate alt), erweiterte Meldebescheinigung. Bei Geschiedenen zusätzlich das Scheidungsurteil.
Die standesamtliche Trauung dauert 15-30 Minuten: Begrüßung, Ansprache, Traufragen, Ja-Wort, Ringtausch, Unterzeichnung, Gratulation.
Für die Hochzeit brauchen Sie: Geburtsurkunde, Personalausweis, Meldebescheinigung. Bei Scheidung oder ausländischem Partner weitere Dokumente.
Zum Standesamt mitbringen: Personalausweise, Ringe (optional), Trauzeugen mit Ausweisen. Die Dokumente wurden vorher eingereicht.