Trauzeugen: Aufgaben, Geschenke, Regeln
Trauzeugen bezeugen die Eheschließung durch Unterschrift und unterstützen das Brautpaar bei Planung und Hochzeitstag. In Deutschland sind seit 1998 keine Trauzeugen beim Standesamt verpflichtend, bei katholischer Trauung jedoch zwei Pflicht.
Kevin HATrauzeugen bezeugen die Eheschließung offiziell durch ihre Unterschrift und sind zentrale Unterstützer vor, während und nach der Hochzeit. In Deutschland sind beim Standesamt seit dem 1. Juli 1998 keine Trauzeugen mehr verpflichtend – bis zu zwei können jedoch freiwillig benannt werden.1 Bei katholischen Trauungen sind hingegen zwei Trauzeugen zwingend erforderlich, während evangelische Kirchen keine Trauzeugen vorschreiben.2 Die Rolle des Trauzeugen umfasst weit mehr als die formale Bezeugung: Organisation des Junggesellenabschieds, emotionale Unterstützung und praktische Hilfe am Hochzeitstag gehören zu den Kernaufgaben. Mit durchschnittlichen Gesamtkosten von 300-600€ (Geschenk plus Junggesellenabschied) ist diese Ehre auch eine finanzielle Verpflichtung.3
Was ist ein Trauzeuge?
Ein Trauzeuge ist eine Person, die bei einer Eheschließung die Zeremonie offiziell bezeugt und dies durch Unterschrift im Eheregister oder Trauprotokoll bestätigt. Historisch dienten Trauzeugen als Beweis, dass die Ehe freiwillig und rechtmäßig geschlossen wurde – eine Funktion, die bis ins römische Recht zurückreicht.
Heute hat sich die Rolle deutlich erweitert: Neben der formalen Bezeugung übernehmen Trauzeugen vor allem organisatorische, emotionale und praktische Aufgaben rund um die Hochzeit. Sie gelten als engste Vertraute des Brautpaares und werden bewusst für diese Ehrenposition ausgewählt. Die Bezeichnung "Trauzeuge" wird unabhängig vom Geschlecht verwendet, obwohl umgangssprachlich auch "Trauzeugin" gebräuchlich ist.
Im Gegensatz zu angelsächsischen Traditionen kennt Deutschland keine strikte Unterscheidung zwischen "Best Man" (männlicher Trauzeuge des Bräutigams) und "Maid of Honor" (weibliche Trauzeugin der Braut). Jeder Partner kann frei wählen, wen er oder sie als Trauzeugen benennt – unabhängig vom Geschlecht.4 Brautjungfern und Brautführer haben im deutschen Kontext primär dekorative und emotionale Funktionen ohne rechtliche Bedeutung, während Trauzeugen die offizielle Rolle innehaben.
Die rechtliche Voraussetzung für Trauzeugen ist einfach: Sie müssen volljährig (mindestens 18 Jahre alt) sein und geistig sowie körperlich in der Lage sein, der Zeremonie zu folgen und die Bedeutung des Akts zu verstehen. Bei kirchlichen Trauungen variiert das Mindestalter: Die katholische Kirche akzeptiert Trauzeugen ab 14 Jahren, in der Praxis werden jedoch meist volljährige Personen gewählt.5
Trauzeugen in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Die gesetzlichen Regelungen zu Trauzeugen unterscheiden sich im deutschsprachigen Raum erheblich. Diese Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede:
| Land | Standesamt | Katholisch | Evangelisch | Freie Trauung |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 0-2 (freiwillig seit 1998) | 2 (Pflicht) | 0-2 (freiwillig) | Beliebig |
| Österreich | 0-2 (freiwillig seit 2013) | 2 (Pflicht) | Nach Gemeinde | Beliebig |
| Schweiz | 2 (Pflicht) | 2 (Pflicht) | Nach Gemeinde | Beliebig |
Deutschland: Flexible Handhabung seit 1998
Seit dem 1. Juli 1998 schreibt § 1312 BGB in Deutschland keine Trauzeugen mehr für standesamtliche Trauungen vor.1 Brautpaare können jedoch bis zu zwei Trauzeugen benennen, wenn sie dies wünschen. Diese Änderung sollte Bürokratie abbauen und die Eheschließung vereinfachen. In der Praxis wählen dennoch über 80% der Paare Trauzeugen – die Tradition hat ihre Bedeutung also nicht verloren.6
Für die standesamtliche Trauung mit Trauzeugen gelten folgende Anforderungen: Beide Trauzeugen müssen volljähig sein und einen gültigen Personalausweis oder Reisepass bei der Zeremonie vorweisen können. Sie müssen der Zeremonie sprachlich folgen können – bei Sprachbarrieren kann ein Dolmetscher hinzugezogen werden. Die Nationalität spielt keine Rolle; auch ausländische Staatsangehörige können ohne Einschränkung als Trauzeugen fungieren.7
Kirchliche Trauungen: Unterschiede zwischen Konfessionen
Bei der katholischen Trauung sind zwei Trauzeugen zwingend vorgeschrieben und haben kirchenrechtliche Bedeutung. Sie bezeugen stellvertretend für die Hochzeitsgemeinde, dass das Paar vor Gott den Ehebund geschlossen hat. Die Trauzeugen müssen mindestens 14 Jahre alt sein, in der Praxis werden jedoch meist volljährige Personen gewählt. Wichtig: Die Trauzeugen müssen nicht katholisch sein – sie müssen nur in der Lage sein, die Trauung nachzuvollziehen und zu bezeugen. Nach der Zeremonie unterschreiben sie das Ehevorbereitungsprotokoll.5
In der evangelischen Kirche haben Trauzeugen keine kirchenrechtliche Funktion und sind nicht verpflichtend.2 Trotzdem ist es üblich, dass Paare Trauzeugen benennen – bei über 300 begleiteten Trauungen verzichteten nur zwei Paare auf Trauzeugen, berichtet ein evangelischer Pfarrer. Wenn Trauzeugen gewünscht sind, können bis zu zwei Personen diese Rolle übernehmen.
Bei ökumenischen Trauungen folgt die Zeremonie immer der Liturgie einer der beiden Kirchen – eine eigenständige "ökumenische Trauung" existiert nicht. Die Trauzeugen-Regelung richtet sich dann nach der Kirche, in der die Trauung stattfindet: Wird in der katholischen Kirche geheiratet, sind zwei Trauzeugen Pflicht; findet die Zeremonie in der evangelischen Kirche statt, sind sie freiwillig.8
Österreich: Flexibilisierung seit 2013
In Österreich waren ursprünglich zwei Trauzeugen bei standesamtlichen Trauungen vorgeschrieben. Seit dem 1. November 2013 ermöglicht § 18 Abs. 3 Personenstandsgesetz 2013 (PStG 2013) jedoch eine flexiblere Handhabung: Die Trauung kann ohne Trauzeugen oder mit nur einem Zeugen vorgenommen werden, wenn beide Partner dies ausdrücklich erklären.9 In der Praxis halten die meisten Paare dennoch an der Tradition von zwei Trauzeugen fest.
Schweiz: Trauzeugen bleiben Pflicht
Die Schweiz ist das einzige deutschsprachige Land, in dem Trauzeugen bei standesamtlichen Trauungen nach wie vor verpflichtend sind. Gemäß ZGB Art. 102 müssen zwei volljährige und urteilsfähige Trauzeugen anwesend sein.10 Diese müssen sich mit einem gültigen Reisepass oder Personalausweis ausweisen und die Zeremonie durch Unterschrift bezeugen. Die strikte Regelung unterstreicht die formale Bedeutung der Eheschließung in der Schweizer Rechtstradition.
Die wichtigsten Aufgaben im Überblick
Die Aufgaben eines Trauzeugen gehen weit über die bloße Anwesenheit bei der Trauung hinaus. Im Kern umfasst die Rolle drei Hauptbereiche: organisatorische Unterstützung vor der Hochzeit, formale Pflichten während der Zeremonie und praktische Hilfe am Hochzeitstag.11
Vor der Hochzeit organisiert der Trauzeuge den Junggesellenabschied – eine der zeitaufwendigsten und finanziell bedeutendsten Aufgaben. Dazu gehören: Terminabstimmung mit allen Gästen, Programm- und Aktivitätenplanung, Budgetkalkulation, Buchung von Location und Transport sowie Koordination der Kostenbeteiligung. Laut einer Studie von Splendid Research (2024) investieren Organisatoren durchschnittlich 15-20 Stunden in die Planung eines Junggesellenabschieds.12
Weitere vorbereitende Aufgaben umfassen: Unterstützung bei der Location-Suche, Beratung bei Kleidungsfragen, Koordination mit anderen Dienstleistern, Sammeln von Beiträgen für Gemeinschaftsgeschenke und emotionale Unterstützung in stressigen Planungsphasen.
Am Hochzeitstag trägt der Trauzeuge die Eheringe bis zum Ringtausch – eine symbolisch wichtige Verantwortung. Er fungiert als Ansprechpartner für Gäste bei organisatorischen Fragen, koordiniert Überraschungen oder Spiele und sorgt dafür, dass das Brautpaar entlastet wird. Bei vielen Hochzeiten hält der Trauzeuge eine Rede, die etwa 3-5 Minuten dauern sollte.13 Diese Rede ist traditionell üblich, aber nicht verpflichtend.
Während der Zeremonie bezeugt der Trauzeuge die Eheschließung offiziell durch Unterschrift im Eheregister (Standesamt) oder Trauprotokoll (Kirche). Diese formale Rolle ist die ursprüngliche und rechtlich relevante Funktion.
Eine kompakte Timeline der Hauptaufgaben:
- 12-6 Monate vorher: Junggesellenabschied planen und organisieren
- 3-1 Monate vorher: Rede vorbereiten, Outfit abstimmen, Notfallset zusammenstellen
- 1 Woche vorher: Letzte Absprachen mit Brautpaar, Ringe abholen (falls vereinbart)
- Am Hochzeitstag: Ringe aufbewahren, Rede halten, als Ansprechpartner fungieren
- Nach der Hochzeit: Bei Aufräumarbeiten helfen, eventuell Danksagungen koordinieren
Wichtig: Die konkreten Aufgaben sollten immer individuell mit dem Brautpaar abgestimmt werden. Nicht jedes Paar erwartet dieselbe Unterstützung, und die Rolle kann je nach persönlicher Beziehung und Hochzeitskonzept variieren.
Den richtigen Trauzeugen wählen
Die Wahl des Trauzeugen ist eine der persönlichsten Entscheidungen im Hochzeitsprozess. Als Trauzeuge sollte idealerweise jemand gewählt werden, der dem Brautpaar emotional nahesteht, organisatorisch zuverlässig ist und die Beziehung langfristig begleitet hat.14
Persönliche Kriterien stehen im Vordergrund: Der ideale Trauzeuge kennt die Beziehungsgeschichte des Paares, teilt wichtige Lebensphasen mit Braut oder Bräutigam und genießt das volle Vertrauen. Praktische Qualitäten sind ebenfalls wichtig: Organisationstalent für den Junggesellenabschied, Zuverlässigkeit bei zeitlichen Verpflichtungen, Konfliktfähigkeit, um zwischen verschiedenen Gästewünschen zu vermitteln, und die finanzielle Möglichkeit, die anfallenden Kosten zu tragen.
Die Statistik zeigt klare Präferenzen: 45% der Brautpaare wählen den besten Freund oder die beste Freundin, 35% entscheiden sich für ein Geschwisterteil, 15% wählen Cousin oder Cousine, und nur 5% entscheiden sich für Arbeitskollegen oder entferntere Bekannte.6 Diese Verteilung unterstreicht, dass emotionale Nähe der entscheidende Faktor ist.
Familie vs. Freunde ist eine häufige Abwägung. Geschwister als Trauzeugen haben den Vorteil, dass sie die Familiengeschichte kennen und die Beziehung lebenslang besteht. Beste Freunde hingegen teilen oft die aktuelle Lebensphase intensiver und haben möglicherweise mehr Flexibilität bei der Organisation. Es gibt kein "richtig" oder "falsch" – wichtig ist, dass die Person die Rolle authentisch ausfüllen kann.
Wann und wie fragen? Der ideale Zeitpunkt liegt 6-12 Monate vor der Hochzeit. Dies gibt dem Trauzeugen ausreichend Zeit für die Planung des Junggesellenabschieds und andere Vorbereitungen. Bei spontaneren Hochzeiten sollte mindestens 3 Monate Vorlauf eingeplant werden.
Die Frage sollte persönlich und in einem ruhigen Moment gestellt werden – nicht nebenbei oder in großer Runde. Viele Paare nutzen kleine Aufmerksamkeiten ("Willst du mein Trauzeuge sein?"-Karten, personalisierte Geschenke), um die Frage zu stellen. Wichtig ist, die Erwartungen klar zu kommunizieren: Welche Aufgaben werden erwartet? Wie viel zeitlicher und finanzieller Aufwand ist realistisch?
Ein respektvolles Gespräch verhindert Missverständnisse: "Ich würde mich sehr freuen, wenn du mein Trauzeuge wärst. Das bedeutet für mich vor allem, dass du den Junggesellenabschied organisierst und am Hochzeitstag eine kleine Rede hältst. Kannst du dir das vorstellen?" Diese Offenheit ermöglicht auch, dass die Person ehrlich ablehnen kann, wenn sie die Rolle nicht übernehmen möchte.
Kann man ablehnen? Ja, absolut. Gründe können sein: zeitliche Überlastung, finanzielle Belastung, Unsicherheit bezüglich der Aufgaben oder persönliche Lebensumstände. Eine ehrliche Absage ist besser als eine halbherzige Zusage, die später zu Enttäuschungen führt. Der richtige Weg: Dankbarkeit für das Vertrauen ausdrücken, ehrlich die Gründe nennen und eventuell eine alternative Form der Unterstützung anbieten ("Ich kann leider nicht Trauzeuge sein, würde aber gerne bei der Dekoration helfen").
Was schenkt ein Trauzeuge?
Als Trauzeuge wird traditionell ein großzügigeres Geschenk erwartet als von regulären Hochzeitsgästen. Der Richtwert liegt bei 100-200€ für das Hochzeitsgeschenk, wobei dieser Betrag oft als Geldgeschenk überreicht wird.15 Wichtig zu beachten: Zusätzlich zu diesem Geschenk kommen die Kosten für den Junggesellenabschied (durchschnittlich 200€ pro Person bei einer Tagesveranstaltung, bis zu 500€ bei einem Wochenendtrip).16
Geldgeschenke vs. Sachgeschenke: Etwa 70% der Trauzeugen entscheiden sich für Geldgeschenke oder Beiträge zur Hochzeitskasse, da diese dem Brautpaar maximale Flexibilität geben.17 Geld wird kreativ verpackt – in Bilderrahmen, als "Geldbaum", in dekorativen Boxen oder als Teil eines Gutscheinbuchs. Die verbleibenden 30% wählen persönliche Sachgeschenke: personalisierte Kunstwerke mit Hochzeitsdatum, hochwertige Haushaltsgegenstände, Erlebnisgutscheine für die Flitterwochen oder symbolische Präsente mit emotionalem Wert.
Kombination von Geschenken: Viele Trauzeugen kombinieren ein Geldgeschenk (100-150€) mit einem kleinen persönlichen Präsent (20-50€), um sowohl praktische Unterstützung als auch emotionale Geste zu vereinen. Beliebte Kombinationen sind: Geldgeschenk plus personalisiertes Fotoalbum mit gemeinsamen Erinnerungen, Beitrag zur Hochzeitsreise plus handgeschriebener Brief, Gutschein für Paarmassage plus selbstgemachtes Geschenk.
Budgetplanung für Trauzeugen: Die Gesamtkosten als Trauzeuge sollten realistisch kalkuliert werden:
- Hochzeitsgeschenk: 100-200€
- Junggesellenabschied (Eigenanteil): 150-500€ je nach Programm
- Eigenes Outfit: 100-300€ für Anzug/Kleid
- Eventuell Anreise und Übernachtung: 50-200€
- Kleinere Ausgaben (Dekoration, Notfallset, etc.): 30-50€
Gesamtbudget: 430-1.250€ – eine erhebliche finanzielle Verpflichtung, die bei der Zusage berücksichtigt werden sollte.
Regionale Unterschiede: In Bayern und Baden-Württemberg sind Geldgeschenke von 150-200€ als Trauzeuge üblich, in Norddeutschland liegen die Erwartungen eher bei 100-150€, während in östlichen Bundesländern 80-120€ als angemessen gelten – dies spiegelt regionale Einkommensunterschiede wider.15
Der richtige Zeitpunkt: Das Hochzeitsgeschenk wird traditionell am Tag der Hochzeit überreicht, kann aber auch vorab zur standesamtlichen Trauung oder als Beitrag zur Hochzeitskasse vor der Feier gegeben werden. Eine persönliche Karte mit herzlichen Worten sollte immer beigefügt werden.
Häufige Fehler vermeiden
Trotz bester Absichten können Trauzeugen in typische Fallen tappen, die Stress verursachen oder Enttäuschungen hervorrufen. Diese sieben Fehler sollten vermieden werden:
1. Unklare Absprachen mit dem Brautpaar: Der häufigste Fehler ist, Erwartungen nicht vorab zu klären. Manche Trauzeugen planen aufwendige Überraschungen, die das Paar gar nicht wünscht, oder vernachlässigen Aufgaben, die als selbstverständlich vorausgesetzt wurden. Lösung: Ein ausführliches Gespräch direkt nach der Zusage, in dem konkrete Erwartungen, Aufgaben und Budgetrahmen besprochen werden.
2. Übertriebene Junggesellenabschiede: Extreme Aktionen, peinliche Spiele in der Öffentlichkeit oder zu hohe Kosten sind häufige Beschwerden. Was für den Organisator lustig erscheint, kann für Braut oder Bräutigam unangenehm sein. 35% der Befragten in der Splendid-Research-Studie gaben an, sich durch aggressive JGA-Aktionen im öffentlichen Raum gestört zu fühlen.12 Lösung: Das Programm sollte zur Persönlichkeit des Brautpaares passen und vorab in groben Zügen abgestimmt werden.
3. Finanzielle Überlastung der Teilnehmer: Wenn der Trauzeuge einen teuren Wochenendtrip plant, ohne die finanzielle Situation der Gäste zu berücksichtigen, kommt es zu Absagen oder schlechter Stimmung. Lösung: Frühzeitig eine Budget-Umfrage durchführen und verschiedene Optionen anbieten (z.B. nur Samstag statt ganzes Wochenende).
4. Zu späte Organisation: Wer erst 6 Wochen vor der Hochzeit mit der Planung des Junggesellenabschieds beginnt, riskiert Terminkonflikte und höhere Kosten durch kurzfristige Buchungen. Lösung: Die Organisation sollte mindestens 3-4 Monate vor dem geplanten Termin beginnen.
5. Keine Notfallvorsorge am Hochzeitstag: Überraschungen wie Flecken auf dem Kleid, gerissene Strümpfe oder vergessene Accessoires lassen sich oft vermeiden. Ein gut ausgestattetes Notfallset (Nähzeug, Fleckenentferner, Pflaster, Schmerzmittel, Taschentücher, Safety Pins) kann den Tag retten. Viele Trauzeugen denken erst im letzten Moment daran – oder gar nicht.
6. Zu lange oder unvorbereitete Reden: Eine Rede von über 10 Minuten oder ohne Vorbereitung kann peinlich werden. Die ideale Länge liegt bei 3-5 Minuten, mit einer klaren Struktur: kurze Anekdote, Glückwünsche, Toast.13 Lösung: Die Rede schriftlich vorbereiten, laut üben und auf die Uhr achten.
7. Vernachlässigung eigener Grenzen: Manche Trauzeugen übernehmen zu viele Aufgaben und sind am Hochzeitstag erschöpft oder gestresst. Die Rolle sollte Freude bereiten, nicht zur Belastung werden. Lösung: Aufgaben delegieren, rechtzeitig um Hilfe bitten und ehrlich kommunizieren, wenn etwas zu viel wird.
Ein weiterer vermeidbarer Fehler: Die Bedeutung der Rolle unterschätzen. Wer spontan zusagt, ohne sich über den Zeit- und Kostenaufwand im Klaren zu sein, riskiert später Überforderung. Eine ehrliche Selbsteinschätzung vor der Zusage verhindert Enttäuschungen auf beiden Seiten.
Checkliste für Trauzeugen
Diese Timeline hilft, alle wichtigen Aufgaben rechtzeitig zu erledigen und entspannt auf die Hochzeit zuzugehen:
12 Monate vorher
- Zusage als Trauzeuge bestätigen
- Ausführliches Gespräch mit Brautpaar über Erwartungen führen
- Kontaktdaten anderer wichtiger Personen (zweiter Trauzeuge, Brautjungfern) austauschen
- Ersten Termin für Junggesellenabschied abstimmen
6-8 Monate vorher
- Junggesellenabschied konkret planen: Datum, Location, Budget, Gästeliste
- Teilnehmer einladen und Zusagen sammeln
- Falls gewünscht: Bei Location-Besichtigungen oder Dienstleister-Gesprächen unterstützen
- Budget für eigene Ausgaben (Geschenk, JGA, Outfit) festlegen
3-4 Monate vorher
- Buchungen für Junggesellenabschied finalisieren (Transport, Aktivitäten, Unterkunft)
- Kostenbeiträge der Teilnehmer einsammeln
- Rede-Vorbereitung beginnen: Ideen sammeln, Struktur überlegen
- Hochzeitsgeschenk auswählen oder Geld beiseitelegen
6-8 Wochen vorher
- Junggesellenabschied durchführen
- Outfit für Hochzeit auswählen und mit Brautpaar abstimmen
- Rede fertig schreiben und mehrmals üben
- Eventuelle weitere Aufgaben mit Brautpaar besprechen (Ringe abholen, Überraschungen koordinieren)
2 Wochen vorher
- Hochzeitsgeschenk verpacken, Karte schreiben
- Notfallset zusammenstellen: Nähzeug, Fleckenentferner, Pflaster, Schmerzmittel, Taschentücher, Safety Pins, Deo, Haarspray
- Letzte Absprachen mit Brautpaar: Zeitplan, spezielle Wünsche, Ringe
- Falls nötig: Anreise und Übernachtung organisieren
1 Woche vorher
- Outfit anprobieren und alle Accessoires bereitlegen
- Rede ein letztes Mal üben, ausgedruckt oder auf Karteikarten notieren
- Kontakt zu zweitem Trauzeugen aufnehmen: Aufgabenverteilung am Hochzeitstag
- Ausweis bereitlegen (wird bei Trauung benötigt)
Am Hochzeitstag
- Frühzeitig erscheinen, um bei letzten Vorbereitungen zu helfen
- Eheringe sicher verwahren bis zum Ringtausch
- Trauung bezeugen und Unterschrift leisten
- Als Ansprechpartner für Gäste fungieren
- Rede zur passenden Zeit halten (meist nach dem Essen)
- Stimmung auflockern und das Brautpaar entlasten
Nach der Hochzeit
- Bei Aufräumarbeiten helfen (falls gewünscht)
- Eventuelle Rückgabe von Mietobjekten koordinieren
- Gemeinsame Fotos und Erinnerungen mit Brautpaar teilen
- In den Wochen danach: Nachfragen, wie es dem Paar geht
Diese Checkliste ist eine Orientierung – die konkreten Aufgaben variieren je nach Wünschen des Brautpaares und persönlicher Absprache. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Rolle als Trauzeuge liegt in offener Kommunikation, rechtzeitiger Planung und der ehrlichen Bereitschaft, das Brautpaar zu unterstützen.
Quellen und Referenzen
Footnotes
-
Bundesministerium der Justiz (2024). § 1312 BGB - Trauung. Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1312.html ↩ ↩2
-
Hochzeit-Trauung.de (2024). Trauzeugen evangelische katholische Trauung Pflichten Voraussetzungen. Verfügbar unter: https://www.hochzeit-trauung.de/trauzeugen-evangelische-katholische-Kirche.htm ↩ ↩2
-
Gokonfetti (2024). Junggesellenabschied (JGA) Kosten: Spartipps für den JGA. Verfügbar unter: https://gokonfetti.com/de-de/magazine/junggesellenabschied-kosten/ ↩
-
Hochzeitsportal24 (2024). 10 Fragen, die ihr euch stellen müsst, um eure Trauzeugen auszusuchen. Verfügbar unter: https://www.hochzeitsportal24.de/blog/trauzeuge/ ↩
-
Erzbistum Berlin (2024). Häufig gestellte Fragen zur kirchlichen Trauung. Verfügbar unter: https://www.erzbistumberlin.de/feiern/heiraten/haeufig-gestellte-fragen/ ↩ ↩2
-
Stuttgarter Nachrichten (2023). So viele Trauzeugen darf man haben (Kirche & Standesamt). Verfügbar unter: https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.wie-viele-trauzeugen-mhsd.f22d6293-e45c-450d-8bd9-14e021d6e6d2.html ↩ ↩2
-
Berlin.de (2024). Eheschließung (für alle) - Standesamt Friedrichshain-Kreuzberg. Verfügbar unter: https://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/politik-und-verwaltung/aemter/amt-fuer-buergerdienste/standesamt/eheschlie-ung-f-r-alle-159773.php ↩
-
Bistum Würzburg (2024). Kirchenrecht - Konfessionsverbindende Ehe. Verfügbar unter: https://www.bistum-wuerzburg.de/glaube-leben/konfessionsverbindende-ehe/kirchenrecht/ ↩
-
Wikipedia (2024). Trauzeuge - Regelungen in Österreich. Verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Trauzeuge ↩
-
Josy.ch (2024). Zivile Trauung in der Schweiz: Ablauf, To-dos & Kosten. Verfügbar unter: https://www.josy.ch/hochzeitsblog-schweiz/zivile-trauung-ablauf-to-dos-kosten ↩
-
Gokonfetti (2024). Trauzeugen Aufgaben: Die Checkliste mit allen To Dos. Verfügbar unter: https://gokonfetti.com/de-de/magazine/trauzeugen-aufgaben/ ↩
-
Splendid Research (2024). Studie: Wie stehen die Deutschen zum Thema Junggesellenabschied? Verfügbar unter: https://www.splendid-research.com/de/studien/studie-junggesellenabschiede/ ↩ ↩2
-
Fiderallala Traumhochzeiten (2024). Die Trauzeugen: Auswahl und Aufgaben. Verfügbar unter: https://fiderallala-traumhochzeiten.de/auswahl-und-aufgaben-der-trauzeugen ↩ ↩2
-
Hochzeitsportal24.at (2024). Aufgaben der Trauzeugen - Alle auf einen Blick und die passenden Tipps. Verfügbar unter: https://www.hochzeitsportal24.at/ratgeber/aufgaben-trauzeugen/ ↩
-
Magazin Powder (2024). Wie viel Geld zur Hochzeit schenken? Geldgeschenk Hochzeit Guide 2024. Verfügbar unter: https://magazin-powder.de/geldgeschenk-hochzeit-wieviel/ ↩ ↩2
-
Pissup.de (2024). Was sind die Kosten für einen Junggesellenabschied? Verfügbar unter: https://www.pissup.de/blog/junggesellenabschied-kosten/ ↩
-
Sigma-Mann.de (2024). Geldgeschenk von Trauzeugen – Tipps Hochzeiten. Verfügbar unter: https://sigma-mann.de/geldgeschenk-von-trauzeugen/ ↩
Häufig gestellte Fragen
Was macht ein Trauzeuge bei der Hochzeit?
Wie viele Trauzeugen darf man haben?
Was schenkt man als Trauzeuge zur Hochzeit?
Kann man ohne Trauzeugen heiraten?
Was ist der Unterschied zwischen Trauzeuge und Brautjungfer?
Wann fragt man den Trauzeugen?
Muss ein Trauzeuge eine Rede halten?
Wer bezahlt den Junggesellenabschied?
Kann ein Familienmitglied Trauzeuge sein?
Was zieht ein Trauzeuge an?
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Als Trauzeuge schenkt man typischerweise mehr als normale Gäste: 100-200€ oder ein besonders persönliches Geschenk. Plus: JGA-Kosten tragen Sie meist auch.
Ein Trauzeuge organisiert den JGA (50-150€ pro Person), bewahrt die Ringe auf, hält eine 3-5 minütige Rede und unterstützt das Brautpaar am Hochzeitstag. Hier die vollständige Aufgabenliste.
Beim Standesamt in Deutschland sind seit 1998 Trauzeugen keine Pflicht mehr. Erlaubt sind 0-2 pro Person. In Österreich gilt seit 2013 dieselbe Regelung, während die Schweiz weiterhin 2 Trauzeugen verlangt.